Christina Antenhofer / Lisa Regazzoni / Astrid von Schlachta (Hrsg.)

Werkstatt Politische Kommunikation/Officina Communicazione politica. Netzwerke, Orte und Sprachen des Politischen/Intrecci, luoghi e linguaggi del "politico"

Göttingen: V&R unipress 2010 (Schriften zur politischen Kommunikation 6); 337 S.; 46,90 €; ISBN 978-3-89971-777-8
Deutsche, italienische und österreichische Wissenschaftler, eine Reihe von ihnen sind Doktoranden, setzen sich mit kommunikativen Prozessen auseinander, durch die für soziale Systeme verbindliche Normen verhandelt werden. Der Untersuchungsrahmen reicht von der Antike bis ins 20. Jahrhundert; die Sprache wird in den Beiträgen nicht als freie, intentionale Handlung, sondern stets als historisch, geistig und sozial bedingt gesehen. Laut der Herausgeberin Regazzoni erweist sich die Trennung zwischen politischen Ereignissen beziehungsweise Handlungen und dem Diskurs darüber als nicht gewinnbringend. Für sie entspricht Kommunikation, egal in welcher Form, ob schriftlich, mündlich oder nonverbal, einem „performativen Akt, dem Intention zuzuschreiben ist und der auf eine Wirkung abzielt“ (14). Für die Ergründung der politischen Sprache hält sie den räumlichen Kontext, in dem Kommunikation stattfindet, für wichtig, wie etwa die verwendeten Medien. Im ersten Teil geht es also um „Sprachen als Ort politischen Handelns“ (11), ergründet wird der räumliche Kontext, in dem Kommunikation stattfindet. Von Schlachta leitet den zweiten Abschnitt ein, indem sie den Begriff der politischen Kultur „in der Begegnung mit den Anderen“ (131) betrachtet. Die Begegnung mit dem Anderen, dessen Wahrnehmung und Kennzeichnung, wird in den Beiträgen in unterschiedlichen Ausprägungen analysiert. „Akteurinnen und Akteure, Netzwerke, Institutionen der politischen Kommunikation“ (227) stehen im Blickpunkt von Part drei. Das Entstehen von „Foren politischer Diskussionen und deren Institutionalisierung“ (233) sowie die Benennung der daran beteiligten Akteure sei, schreibt Antenhofer einleitend zu diesem Abschnitt, von zentraler Bedeutung für die Erforschung politischer Kommunikation. Der Sammelband vermittelt einen Einblick in die Forschungsarbeit des Internationalen Graduiertenkollegs; er basiert auf einer Tagung über „Rhetorik von Konflikten – Rhetorik von Krieg und Frieden“, die 2006 in Innsbruck stattfand.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.22 | 2.333 | 2.61 | 4.3 | 2.314 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Christina Antenhofer / Lisa Regazzoni / Astrid von Schlachta (Hrsg.): Werkstatt Politische Kommunikation/Officina Communicazione politica. Göttingen: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/32112-werkstatt-politische-kommunikationofficina-communicazione-politica_38302, veröffentlicht am 20.04.2011. Buch-Nr.: 38302 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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