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Understanding the EU's Strategic Partnerships with Brazil, India and South Africa

Natalie M. Hess

Understanding the EU's Strategic Partnerships with Brazil, India and South Africa. Strategic alliances forming part of the strategy of cooperating while competing and Social relationships as foreign policy tools of social power

Online-Publikation 2014 (http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2014/6817/pdf/Dissertation.pdf); VII, 424 S.
Politikwiss. Diss. Hamburg; Begutachtung: D. Nolte, J. Betz. – Zwischen 2004 und 2007 hat die Europäische Union mit Brasilien, Indien und Südafrika – einigen der sogenannten BRICS‑Staaten – strategische Partnerschaften etabliert. Folgt man Natalie M. Hess, steht diese Entwicklung der bisherigen Vorgehensweise der EU – Bevorzugung der interregionalen Zusammenarbeit – diametral entgegen. Die Autorin fragt daher nach den Gründen für diesen Strategiewechsel. Ihre – zugegebenermaßen nicht einfach nachzuvollziehende – These lautet dabei, dass es sich bei den Partnerschaften der EU mit den sogenannten aufsteigenden Mächten um strategische Allianzen handelt, die auf der Gleichzeitigkeit von Kooperation und Wettbewerb zwischen der EU und ihrem jeweiligen Partnerstaat basieren. Darüber hinaus konzeptualisiert Hess diese Beziehungen als außenpolitisches Instrument sozialer Macht, die einen Selbstzweck (Signalisierung von Macht und Status) und gleichzeitig Mittel zum Zweck (im Sinne einer sozialen Beziehung zwecks Einflussnahme über Sozialisierungsprozesse) darstellen. Im Sinne eines analytisch‑eklektischen Ansatzes entwickelt sie dazu ein Modell, das ihr beim Verständnis der strategischen Partnerschaften der EU mit den betrachteten Ländern behilflich sein soll. Dabei werden diese Partnerschaften zunächst einzeln und dann im Rahmen einer fallübergreifenden Untersuchung vergleichend analysiert. Als Ergebnis dieses Vergleichs, bei dem sich Hess auf zahlreiche Interviews mit diplomatischen Vertreter_innen der EU und der jeweiligen Partnerstaaten stützen kann, zeigt sich, dass, obwohl jede der Partnerschaften von ihren Eigen‑ und Besonderheiten geprägt ist, gemeinsame Muster existieren. Strategische Partnerschaften gelten demnach einerseits als Status, andererseits als Ausdruck von Prozessen. So sind die beteiligten Partner Sozialisierungsverläufen ausgesetzt, die von der Förderung des gegenseitigen Verständnisses über die Politikkoordinierung bis hin zur Politikadaption führen können. Der Umstand, dass diese Partner dabei gleichzeitig in einer Konkurrenzsituation zueinander stehen – nach Hess würden Brasilien, Indien und Südafrika versuchen, ihre Macht zu vergrößern, während die EU auf Machterhalt ziele – verkompliziert diese Beziehungen zusätzlich. Hinzu kommt, dass der Autorin zufolge außerdem die Anerkennung von Status und Prestige durch die allgemeine Staatenwelt bei diesen Partnerschaften als Erklärungsfaktor eine Rolle spielt.
Christian Patz, M.A., Politikwissenschaftler, wiss. Mitarbeiter, Institut für Sozialwissenschaften, Fachbereich Politikwissenschaft, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
Rubrizierung: 3.6 | 4.44 | 2.65 | 2.67 | 2.68 | 4.22 Empfohlene Zitierweise: Christian Patz, Rezension zu: Natalie M. Hess: Understanding the EU's Strategic Partnerships with Brazil, India and South Africa. 2014, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/39151-understanding-the-eus-strategic-partnerships-with-brazil-india-and-south-africa_47483, veröffentlicht am 03.12.2015. Buch-Nr.: 47483 Rezension drucken

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