/ 11.06.2013
Luiciano Canfora
Ach, Aristoteles! Anleitung zum Umgang mit Philosophen. Aus dem Italienischen übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Peter O. Chotjewitz
Hamburg: Europäische Verlagsanstalt/Rotbuch Verlag 2000; 198 S.; ISBN 3-434-50481-8Wer den Untertitel der Studie als Anleitung zum Umgang mit Philosophen im Sinne einer propädeutischen Einführung in Vita und Werk griechischer Denker versteht, wird mit dem Buch von Canfora nichts anfangen können. Die Komplexität antiken Denkens wird allenfalls gestreift und hat jeweils nur so weit Eingang in Text gefunden, wie es dessen flapsig-essayistischer Stil zulässt. Wer allerdings eine amüsante und erfrischend frech geschriebene Geschichte über fünf der größten griechischen Philosophen (...
Luiciano Canfora
Ach, Aristoteles! Anleitung zum Umgang mit Philosophen. Aus dem Italienischen übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Peter O. Chotjewitz
Hamburg: Europäische Verlagsanstalt/Rotbuch Verlag 2000; 198 S.; Ln., 24,80 DM; ISBN 3-434-50481-8Wer den Untertitel der Studie als Anleitung zum Umgang mit Philosophen im Sinne einer propädeutischen Einführung in Vita und Werk griechischer Denker versteht, wird mit dem Buch von Canfora nichts anfangen können. Die Komplexität antiken Denkens wird allenfalls gestreift und hat jeweils nur so weit Eingang in Text gefunden, wie es dessen flapsig-essayistischer Stil zulässt. Wer allerdings eine amüsante und erfrischend frech geschriebene Geschichte über fünf der größten griechischen Philosophen (Sokrates, Xenophon, Platon, Aristoteles und Epikur) lesen will, der wird an Canforas Studie Gefallen finden. Dort, wo es um Inhalte geht, legt der Autor weniger Wert auf die Nacherzählung der philosophischen Lehren, sondern mehr auf deren Motive und Ziele, die sich erst aus der Einbettung in sozialgeschichtliche Kontexte ergeben. Vor dem Hintergrund der Machtentfaltung Athens im attischen Seebund, dem Abstieg der Athener nach dem peleponnesischen Krieg und dem missglückten Feldzug gegen Syrakus sowie dem darauf folgenden Aufstieg der Mazedonier, skizziert er jeweils in einfachen Worten die Versuche der Philosophen, die Politik zu verbessern, die Menschen zum Denken anzuregen und die Natur zu verstehen. Vielleicht bietet die leichtverdauliche und durch heitere Episoden aufgelockerte Abhandlung Canforas eine Möglichkeit für nicht-wissenschaftlich Interessierte, sich jenen - in vielen Bezügen - hochaktuellen Klassikern zu nähern.
Florian Weber (FW)
M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 5.31
Empfohlene Zitierweise: Florian Weber, Rezension zu: Luiciano Canfora: Ach, Aristoteles! Hamburg: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13050-ach-aristoteles_15638, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 15638
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M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
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