/ 11.06.2013
Dagmar Deckstein / Peter Felixberger
Arbeit neu denken. Wie wir die Chancen der New Economy nutzen können
Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2000; 222 S.; ISBN 3-593-36561-8Die beiden Autoren, eine Wirtschaftsjournalistin und ein Publizist, legen eine neue eigene Interpretation des Phänomens der "New Economy" vor. Es geht Ihnen nicht darum, die Auswirkungen der Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologie auf die Rahmenbedingungen wirtschaftlichen Handelns zu analysieren. "Nein! New Economy ist viel mehr. Es bedeutet einen fundamentalen Wandel in Gesellschaft und Wirtschaft. Und damit einhergehend eine Neuorientierung unserer Arbeitskultur"(7). Im Mi...
Dagmar Deckstein / Peter Felixberger
Arbeit neu denken. Wie wir die Chancen der New Economy nutzen können
Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2000; 222 S.; geb., 49,80 DM; ISBN 3-593-36561-8Die beiden Autoren, eine Wirtschaftsjournalistin und ein Publizist, legen eine neue eigene Interpretation des Phänomens der "New Economy" vor. Es geht Ihnen nicht darum, die Auswirkungen der Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologie auf die Rahmenbedingungen wirtschaftlichen Handelns zu analysieren. "Nein! New Economy ist viel mehr. Es bedeutet einen fundamentalen Wandel in Gesellschaft und Wirtschaft. Und damit einhergehend eine Neuorientierung unserer Arbeitskultur"(7). Im Mittelpunkt steht das Individuum, dem der technologische und wirtschaftliche Wandel Flexibilität, Mobilität und Unsicherheit zumutet. Die Autoren fordern den Einzelnen dazu auf, die neuen Spielräume nicht den Konzernen und Managern zu überlassen, sondern sie selbst zu nutzen und Arbeit und Beruf individueller, befriedigender und freier zu gestalten. Eine darüber hinausgehende politische Position wird nicht eingenommen: "Es geht uns also nicht darum, in den Debatten um Neoliberalismus versus Demokratie, um Globalisierung versus Lokalisierung oder um Pluralismus versus Individualisierung eine Gefechtsstellung zu beziehen, es geht zunächst einmal um die Vermessung des Neuen - eine Phänomenologie der Akteure, ihrer Einstellungen und Mentalitäten" (9). Dabei wird aber nicht das Hohelied auf die Neue Wirtschaft gesungen, sondern werden auch deren Schattenseiten erwähnt: "Gewiss: Die New Economy ist nicht verantwortlich für die wachsende ökonomische und soziale Ungleichheit auf der Erde. Inwieweit sie aber diese Ungleichheit fördert und verstärkt, ist ein zentraler Betrachtungswinkel in den nächsten Jahren" (26). Die eigenverantwortliche, selbständige und autonome Nutzung der neuen Möglichkeiten durchzieht auch die folgenden Beispiele. Ein besonderes Augenmerk wird auch auf die Institutionen des "Ancien Régime" geworfen. Darunter werden die Gewerkschaften, Schulen, Universitäten, Parteien und unbewegliche Unternehmen verstanden. Sie müssen durch die Individuen, die die neuen Freiräume gestalten wollen, "auf Trab gebracht" werden. Das Buch ist auf die Bewusstseinsänderung bei den einzelnen Menschen angelegt. Es sollen Denkanstöße gegeben werden. Der journalistische Stil macht es leicht lesbar, aber eine sozialwissenschaftliche Analyse der aktuellen Probleme der "Arbeitsgesellschaft" wird nicht geboten.
Inhaltsübersicht: Einleitung - Die Alte Welt geht, New Economy kommt; Und morgen die ganze Welt - New Economy in den USA; Keine Ruhe. Nirgends - New Economy in Deutschland; Wo geht's hier zur New Economy? Menschen und Organisationen im Wandel; Die großen Irrfahrten im Ancien Régime und erste Alternativrouten durchs Neuland; Die Liebe zum Leben: Die wichtigsten Grundprinzipien der (selbst-)verantwortungsvollen New Economy.
Ekke Martin Wöhl (EW)
Rubrizierung: 2.262 | 2.342 | 2.64
Empfohlene Zitierweise: Ekke Martin Wöhl, Rezension zu: Dagmar Deckstein / Peter Felixberger: Arbeit neu denken. Frankfurt a. M./New York: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/12604-arbeit-neu-denken_15070, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 15070
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