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/ 12.06.2013
Rudolf Maresch / Florian Rötzer (Hrsg.)

Cyberhypes. Möglichkeiten und Grenzen des Internet

Frankfurt a. M.: Suhrkamp 2001 (edition suhrkamp 2202); 272 S.; kart., 11,- €; ISBN 3-518-12202-9
Das Internet, das erste "wirklich universale Medium einer globalen Gesellschaft" (8), besteht erst seit gut zehn Jahren und es scheint sich immer noch einer eindeutigen Bestimmung zu entziehen. Das gilt schon hinsichtlich der Entstehung dieses Mediums - konkurrierende Lesarten heben teils die spontane Kreativität von Computerfreaks, teils das Sicherheitsinteresse einer Militärtechnologie hervor - und umso mehr für dessen weitere Entwicklung. Fraglich ist zumal, ob die anarchische Offenheit, die ...
Rudolf Maresch / Florian Rötzer (Hrsg.)

Cyberhypes. Möglichkeiten und Grenzen des Internet

Frankfurt a. M.: Suhrkamp 2001 (edition suhrkamp 2202); 272 S.; kart., 11,- €; ISBN 3-518-12202-9
Das Internet, das erste "wirklich universale Medium einer globalen Gesellschaft" (8), besteht erst seit gut zehn Jahren und es scheint sich immer noch einer eindeutigen Bestimmung zu entziehen. Das gilt schon hinsichtlich der Entstehung dieses Mediums - konkurrierende Lesarten heben teils die spontane Kreativität von Computerfreaks, teils das Sicherheitsinteresse einer Militärtechnologie hervor - und umso mehr für dessen weitere Entwicklung. Fraglich ist zumal, ob die anarchische Offenheit, die das bisherige Wachstum des Internets charakterisierte, im Zuge steigender Kommerzialisierung künftig von Strategien der ökonomischen oder informationspolitischen Schließung abgelöst werden wird. Auf diese Unbestimmbarkeit spielt der Titel des Sammelbandes an - aktuelle Beschreibungen des Mediums vollziehen sich vielfach im Modus der (negativen oder positiven) Übertreibung und die Beiträge handeln von Cyberhypes als "individuellen[n]" oder "kollektive[n] Halluzinationen", die sich auf den Raum der Bits und Bytes beziehen und vom konnektiven Zustand, von der Lust aufs Vernetztsein erzählen" (25). Die Autoren, die sich hier - durchaus der Flüchtigkeit ihrer Befunde bewusst - um eine vorsichtige Zwischenbilanz bemühen, haben die Ausbreitung dieses Mediums "entweder als Akteure und Teilnehmer oder als distanzierte Kommentatoren" auch mitgestaltet (26). Inhalt: Rudolf Maresch / Florian Rötzer: Cyberhypes (7-26); Ronda Hauben: Die Entstehung des Internet und die Rolle der Regierung (27-52); Rudolf Maresch: Elektromagnetische Illusionen (53-75); Richard Barbrook: Cyber-Kommunismus. Wie die Amerikaner den Kapitalismus im Cyberspace aufheben (76-101); Douglas Rushkoff: Virtuelles Marketing (102-122); Geert Lovink: Network-Kritik im Zeitalter des E-Goldrauschs (123-137); Christian Ahlert: The Party is Over. Vom sich selbst regierenden Internet zu globalen Wahlen für den Cyberspace. Ein paar Wahrheiten über das Netz (138-154); Florian Rötzer: Geographic Intelligence. Im "globalen Dorf" von einst sollen die alten geographischen Grenzen wieder gezogen werden (155-168); Ivo Skoric: Internet fürs Volk (169-191); Stefan Krempl: Cyberhype=Wired. Wie ein Magazin die digitale Revolution sexy macht und zum Opfer des eigenen Hypes wird (192-212); Gundolf S. Freyermuth: Von A nach D. Zwischen Hype und Utopie. Am Horizont der Digitalisierung von Kunst und Unterhaltung lockt das Holodeck (213-232); Pierre Lévy: Internet und Sinnkrise (233-248); Otto E. Rössler: Die Menschwerdung im Internet (249-264); Theo Roos: In tube. Surfen und Sein (265-269).
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.222.333 Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Rudolf Maresch / Florian Rötzer (Hrsg.): Cyberhypes. Frankfurt a. M.: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13365-cyberhypes_16016, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 16016 Rezension drucken
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