/ 11.06.2013
Christian Joerges / Josef Falke (Hrsg.)
Das Ausschußwesen der Europäischen Union. Praxis der Risikoregulierung im Binnenmarkt und ihre rechtliche Verfassung
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2000 (Schriftenreihe des Zentrums für Europäische Rechtspolitik an der Universität Bremen [ZERP] 34); 407 S.; ISBN 3-7890-6584-6Entstanden ist dieses umfangreiche Elaborat aus einem 1993 initiierten interdisziplinären, von der Volkswagenstiftung finanzierten Forschungsprojekt am genannten Bremer Zentrum. Die Projektmitarbeiter sehen die Ausschüsse, in denen die Kommission, die Verwaltungen der Mitgliedstaaten, wissenschaftliche Experten und Nichtregierungsorganisationen zusammenwirken, "nicht bloß als solide und zumeist geräuschlos funktionierende Bürokratie, auch nicht bloß als Experten-Netzwerke, Policy oder Epistemic ...
Christian Joerges / Josef Falke (Hrsg.)
Das Ausschußwesen der Europäischen Union. Praxis der Risikoregulierung im Binnenmarkt und ihre rechtliche Verfassung
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2000 (Schriftenreihe des Zentrums für Europäische Rechtspolitik an der Universität Bremen [ZERP] 34); 407 S.; brosch., 98,- DM; ISBN 3-7890-6584-6Entstanden ist dieses umfangreiche Elaborat aus einem 1993 initiierten interdisziplinären, von der Volkswagenstiftung finanzierten Forschungsprojekt am genannten Bremer Zentrum. Die Projektmitarbeiter sehen die Ausschüsse, in denen die Kommission, die Verwaltungen der Mitgliedstaaten, wissenschaftliche Experten und Nichtregierungsorganisationen zusammenwirken, "nicht bloß als solide und zumeist geräuschlos funktionierende Bürokratie, auch nicht bloß als Experten-Netzwerke, Policy oder Epistemic Communities, sondern behaupten, daß sie als Foren einer deliberativen Politik im europäischen Binnenmarkt interpretierbar und dementsprechend rechtlich zu verfassen seien." (5) Diese Form der netzwerkartigen Problembearbeitung wird an den Beispielen Lebensmittelsicherheit sowie technische Anforderungen an Maschinen und Bauprodukte empirisch untersucht und vergleichend analysiert. Darüber hinaus wird gefragt, wie sich die Randbedingungen juristisch stabilisieren lassen, die den als "politische Verwaltung" gekennzeichneten Entscheidungsprozessen in den Ausschüssen ihre deliberative Qualität verleihen. Dazu gehören Regeln zur Unabhängigkeit und Pluralität von Expertengremien, zur Delegation von Entscheidungsbefugnissen, zur Transparenz der Verfahren und zur Publikation der Ereignisse.
Inhalt: Christian Joerges: Die Europäische "Komitologie": Kafkaeske Bürokratie oder Forum und Form "deliberativen Regierens" im Binnenmarkt (17-42); Josef Falke: Komitologie - Entwicklung, Rechtsgrundlagen und erste empirische Annäherung (43-159); Andreas Bücker / Sabine Schlacke: Die Entstehung einer "politischen" Verwaltung durch EG-Ausschüsse - Rechtstatsachen und Rechtsentwicklungen (161-256); Jürgen Neyer: Risikoregulierung im Binnenmarkt: Zur Problemlösungsfähigkeit der europäischen politischen Verwaltung (257-348); Christian Joerges: Zusammenfassung und Perspektiven: "Gutes Regieren" im Binnenmarkt (349-382).
Sabine Steppat (Ste)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 3.5 | 3.3
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Christian Joerges / Josef Falke (Hrsg.): Das Ausschußwesen der Europäischen Union. Baden-Baden: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/12570-das-ausschusswesen-der-europaeischen-union_15028, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 15028
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
CC-BY-NC-SA