/ 12.06.2013
Claudius Wagemann
Das Bild der SPD im "Bayernkurier" Die Berichterstattung seit dem Fall der Mauer. Mit einem Geleitwort von Volker Schneider
Wiesbaden: Deutscher Universitäts-Verlag 2000 (DUV: Sozialwissenschaft); XIV, 176 S.; brosch., 29,65 €; ISBN 3-8244-4419-4Politikwiss. Diplomarbeit Konstanz; Gutachter: L. Neidhart, V. Schneider. - Eine der letzten Parteizeitungen Deutschlands steht im Mittelpunkt des Interesses des Autors - den Bayernkurier, eine der auflagenstärksten Wochenzeitungen in der Bundesrepublik. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war die Parteipresse ein bedeutendes Mittel politischer Kommunikation und wurde in erster Linie zur Selbstdarstellung und zur inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner genutzt. Die Bedeu...
Claudius Wagemann
Das Bild der SPD im "Bayernkurier" Die Berichterstattung seit dem Fall der Mauer. Mit einem Geleitwort von Volker Schneider
Wiesbaden: Deutscher Universitäts-Verlag 2000 (DUV: Sozialwissenschaft); XIV, 176 S.; brosch., 29,65 €; ISBN 3-8244-4419-4Politikwiss. Diplomarbeit Konstanz; Gutachter: L. Neidhart, V. Schneider. - Eine der letzten Parteizeitungen Deutschlands steht im Mittelpunkt des Interesses des Autors - den Bayernkurier, eine der auflagenstärksten Wochenzeitungen in der Bundesrepublik. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war die Parteipresse ein bedeutendes Mittel politischer Kommunikation und wurde in erster Linie zur Selbstdarstellung und zur inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner genutzt. Die Bedeutung nahm jedoch mit dem Erscheinen weiterer Massenmedien ab, sodass der Bayernkurier heute das einzige gedruckte "Sprachrohr" einer Partei für die allgemeine Öffentlichkeit ist. Im Wettbewerb der CSU mit der SPD stellt die Zeitung weiterhin ein immens wichtiges Instrument der Politikkommunikation dar, wie der Autor des Bandes in seinen Ausführungen zeigt. Ziel der Darstellung ist die Rekonstruktion des SPD-Bildes im Bayernkurier in den Jahren 1990 bis 1996. Dazu nutzt er im Wesentlichen Methoden inhaltsanalytischer und inferenzstatistischer Art, bemüht aber ebenso qualitativ-interpretative Techniken. Wagemann zeichnet jedoch nicht nur das durch Selektion verzerrte und strategisch akzentuierte Bild der SPD im Bayernkurier, sondern gibt damit auch Einblick in die Selbstperzeption der CSU. Eine ganze Reihe interessanter Ergebnisse treten dabei zutage. So nimmt die Berichterstattung über die SPD während des Untersuchungszeitraums zu, wobei nur wenige SPD-Politiker sowie Politikfelder überhaupt betrachtet wurden und die bayerische SPD vom Bayernkurier nahezu vollständig ausgeblendet wurde. Von hoher Bedeutung für die Zeitung sind Koalitionen des politischen Gegners und Streitigkeiten innerhalb der Partei - beides gut geeignet, um im Vergleich ein hervorstechendes und einheitliches Bild der CSU zu zeichnen. Damit wird deutlich, wie die Arbeit auch Einblicke in die politischen Eigenarten der CSU ermöglicht.
Stefan Göhlert (SG)
M. A., Politikwissenschaftler, Protokollchef und Bürgerbeauftragter in der Verwaltung der Stadt Jena.
Rubrizierung: 2.331 | 2.325
Empfohlene Zitierweise: Stefan Göhlert, Rezension zu: Claudius Wagemann: Das Bild der SPD im "Bayernkurier" Wiesbaden: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13857-das-bild-der-spd-im-bayernkurier_16610, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 16610
Rezension drucken
M. A., Politikwissenschaftler, Protokollchef und Bürgerbeauftragter in der Verwaltung der Stadt Jena.
CC-BY-NC-SA