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/ 11.06.2013
Wolfram Wette / Ricarda Bremer / Detlef Vogel (Hrsg.)

Das letzte halbe Jahr. Stimmungsberichte der Wehrmachtpropaganda 1944/45

Essen: Klartext 2001 (Schriften der Bibliothek für Zeitgeschichte - N.F. 13); 449 S.; 29,90 €; ISBN 3-88474-887-4
"Das letzte halbe Jahr des Zweiten Weltkrieges war für die Deutschen keine Etappe des Krieges wie jede andere. Sie war die mörderischste und zerstörerischste überhaupt. Nach der Landung der Alliierten in der Normandie im Sommer 1944 eskalierten die Amerikaner und die Briten ihren Luftkrieg gegen deutsche Städte. Die Bombenangriffe beschränkten sich keineswegs auf militärische Ziele, sondern die Alliierten richteten ihre flächendeckenden Bombardements auch gegen Wohngebiete. Diese Luftangriffe ge...
Wolfram Wette / Ricarda Bremer / Detlef Vogel (Hrsg.)

Das letzte halbe Jahr. Stimmungsberichte der Wehrmachtpropaganda 1944/45

Essen: Klartext 2001 (Schriften der Bibliothek für Zeitgeschichte - N.F. 13); 449 S.; 29,90 €; ISBN 3-88474-887-4
"Das letzte halbe Jahr des Zweiten Weltkrieges war für die Deutschen keine Etappe des Krieges wie jede andere. Sie war die mörderischste und zerstörerischste überhaupt. Nach der Landung der Alliierten in der Normandie im Sommer 1944 eskalierten die Amerikaner und die Briten ihren Luftkrieg gegen deutsche Städte. Die Bombenangriffe beschränkten sich keineswegs auf militärische Ziele, sondern die Alliierten richteten ihre flächendeckenden Bombardements auch gegen Wohngebiete. Diese Luftangriffe gegen die Zivilbevölkerung sollten die Kampfmoral der Deutschen brechen und die Kapitulation erzwingen. Eine Stadt nach der anderen sank in Schutt und Asche." (9) So der renommierte Professor für Neueste Geschichte an der Universität Freiburg. Parallel zu diesem Bombenkrieg nahmen die Bodenkämpfe im Deutschen Reich zu, die Wehrmacht kämpfte am Ende des Krieges gegen eine Übermacht der alliierten Armeen, was zu außerordentlich hohen Verlusten aufseiten der Deutschen - sowohl an Zivilisten als auch an Soldaten - führte. Als die Kriegslage für Deutschland immer aussichtsloser wurde, versuchte die NS-Propaganda der Bevölkerung Siegeszuversicht zu vermitteln, was kaum mehr gelang. Allein die Wehrmacht genoss bei der deutschen Bevölkerung noch ein relativ hohes Ansehen und wirkte glaubwürdig. So entstand in der Endphase des Krieges eine gemeinsame Propagandaaktion von Wehrmacht und Reichspropagandaministerium: Wehrmacht-Propaganda-Offiziere übernahmen zwischen Oktober 1944 und April 1945 eine Mundpropaganda-Aktion in einigen deutschen Großstädten, die zwei Funktionen hatte: Einerseits sollten die Menschen im Sinne der Kriegspolitik des NS-Regimes beeinflusst und andererseits der politischen und militärischen Führung ein Bericht über die Stimmung in der Bevölkerung vermittelt werden. Der Band enthält Dokumente zur Organisation und Durchführung dieser Mundpropaganda-Aktion der Wehrmacht sowie die erhalten gebliebenen Stimmungsberichte aus Berlin, Nürnberg, Hamburg und Wien und liefert einen für die Endphase des Zweiten Weltkrieges aufschlussreichen Beitrag zur Sozial- und Alltagsgeschichte des Krieges. Inhaltsübersicht: I. Einleitung: Wolfram Wette: Zwischen Untergangspathos und Überlebenswillen. Die Deutschen im letzten halben Kriegsjahr 1944/45 (9-37). II. Dokumente: 1. Dokumente zur Durchführung der Mundpropaganda-Aktion; 2. Die Stimmungsberichte der Mundpropaganda-Aktion.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.312 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Wolfram Wette / Ricarda Bremer / Detlef Vogel (Hrsg.): Das letzte halbe Jahr. Essen: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/12760-das-letzte-halbe-jahr_15280, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 15280 Rezension drucken
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