/ 11.06.2013
Julia Kristeva
Das weibliche Genie. I. Hannah Arendt. Aus dem Französischen von Vincent von Wroblewsky
Berlin/Wien: Philo Verlagsgesellschaft 2001; 388 S.; brosch., 24,54 €; ISBN 3-8257-0186-7"Das nächste Jahrhundert wird weiblich sein" (11), sagt Kristeva für das 21. voraus. In ihrem dreiteiligen Werk stellt sie ungewöhnliche Frauen vor, die bereits in die Geschichte des vergangenen Jahrhunderts "als erneuernde Singularitäten" (14) maßgeblich durch ihr Denken und Handeln eingriffen und dessen komplexe Kultur um einen unverwechselbaren weiblichen Anteil bereicherten. Dieser erste Band widmet sich dem politischen Denken Arendts, das von der bewegenden Biographie der Denkerfrau nicht z...
Julia Kristeva
Das weibliche Genie. I. Hannah Arendt. Aus dem Französischen von Vincent von Wroblewsky
Berlin/Wien: Philo Verlagsgesellschaft 2001; 388 S.; brosch., 24,54 €; ISBN 3-8257-0186-7"Das nächste Jahrhundert wird weiblich sein" (11), sagt Kristeva für das 21. voraus. In ihrem dreiteiligen Werk stellt sie ungewöhnliche Frauen vor, die bereits in die Geschichte des vergangenen Jahrhunderts "als erneuernde Singularitäten" (14) maßgeblich durch ihr Denken und Handeln eingriffen und dessen komplexe Kultur um einen unverwechselbaren weiblichen Anteil bereicherten. Dieser erste Band widmet sich dem politischen Denken Arendts, das von der bewegenden Biographie der Denkerfrau nicht zu trennen ist. Kristeva versucht diesen Zusammenhang zwischen Leben und Denken Arendts quellennah nachzuzeichnen. Arendts einzigartiges nonkonformes Werk an der Schnittstelle der Disziplinen wurde möglich, indem sie Heidegger nicht nur weiterdachte, sondern sich auch von ihm befreite und an die Stelle des einsamen "Geworfenseins" das "Erscheinen" in der Zerbrechlichkeit des öffentlichen Raumes stellte. Arendt prägte nachhaltig einen Politikbegriff, in dessen Mitte nicht Macht und Gewalt stehen, sondern das Handeln "als Geburt und als Fremdheit" (5). In den beiden folgenden Bänden wird sich die Autorin zunächst Melanie Klein und der Analyse des Wahns zuwenden sowie abschließend dem lustvollen Umgang mit Wörtern und Sprache durch Colette. In den drei Werken "einer enthüllenden Wahrheit" verwirklichen die drei atypischen Genies "ihre Freiheit als Erkunderinnen abseits der herrschenden Strömungen der Institutionen, Parteien und Schulen" (19).
Inhaltsübersicht: 1. Das Leben ist eine Erzählung; 2. Die überflüssige Menschheit; 3. Denken, Wollen, Urteilen.
Andreas Eis (AE)
Jun.-Prof. Dr., Didaktik des politischen Unterrichts und der politischen Bildung, Institut für Sozialwissenschaften Oldenburg, Fakultät I.
Rubrizierung: 5.46
Empfohlene Zitierweise: Andreas Eis, Rezension zu: Julia Kristeva: Das weibliche Genie. Berlin/Wien: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13121-das-weibliche-genie_15717, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 15717
Rezension drucken
Jun.-Prof. Dr., Didaktik des politischen Unterrichts und der politischen Bildung, Institut für Sozialwissenschaften Oldenburg, Fakultät I.
CC-BY-NC-SA