Skip to main content
/ 12.06.2013
Hanns Jürgen Küsters

Der Integrationsfriede. Viermächte-Verhandlungen über die Friedensregelung mit Deutschland 1945-1990

München: R. Oldenbourg Verlag 2000 (Dokumente zur Deutschlandpolitik. Studien 9); 1026 S.; ISBN 3-486-56500-1
Politikwiss. Habilitationsschrift Bonn. - Erst mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag 1990 gewann die Bundesrepublik ihre volle Souveränität wieder. Bis dahin hatte das Fehlen einer friedensvertraglichen Regelung den alliierten Mächten spezifische Vorbehaltsrechte eingeräumt. Warum nach 1945 kein entsprechender Friedensvertrag zustande kam, analysiert diese zeithistorische Untersuchung: "Ziel ist es, sowohl absichtlich initiierte und ungesteuert vorantreibende Entwicklungen herauszuarbeiten als auch die...
Hanns Jürgen Küsters

Der Integrationsfriede. Viermächte-Verhandlungen über die Friedensregelung mit Deutschland 1945-1990

München: R. Oldenbourg Verlag 2000 (Dokumente zur Deutschlandpolitik. Studien 9); 1026 S.; 128,- DM; ISBN 3-486-56500-1
Politikwiss. Habilitationsschrift Bonn. - Erst mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag 1990 gewann die Bundesrepublik ihre volle Souveränität wieder. Bis dahin hatte das Fehlen einer friedensvertraglichen Regelung den alliierten Mächten spezifische Vorbehaltsrechte eingeräumt. Warum nach 1945 kein entsprechender Friedensvertrag zustande kam, analysiert diese zeithistorische Untersuchung: "Ziel ist es, sowohl absichtlich initiierte und ungesteuert vorantreibende Entwicklungen herauszuarbeiten als auch die Anwendung der Instrumente darzulegen, die zum Scheitern der Verhandlungen über die staatliche Gestalt Deutschlands und dem deutschen Friedensvertrag führten." (14) Dabei widmet sich der Autor vor allem den außenpolitisch-diplomatischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozessen der alliierten Hauptsiegermächte sowie der beiden deutschen Staaten und betont die Momente der Kontinuität: Eine seiner Hauptthesen ist, dass noch im Vorfeld der erfolgreichen Zwei-plus-Vier-Verhandlungen 1990 die Alliierten vor ähnlichen Problemen standen wie in den unmittelbaren Nachkriegsjahren. Denn schon frühzeitig seien die drei Westmächte von den bisher bekannten Formen eines Diktat- oder eines Verhandlungsfriedens abgerückt und hätten ein neues Konzept für einen Friedensschluss verfolgt, nämlich einen Integrationsfrieden. Erst mit der Zustimmung der Sowjetunion zur Integration des wiedervereinigten Deutschland in den Westen wäre schließlich die gemeinsame Basis für die Lösung der Deutschlandfrage gefunden gewesen. Inhaltsübersicht: Deutschland-Konferenzen und Friedensregelung; Der gescheiterte deutsche Friedensvertrag (1945-1949): Deutschland-Bürokratien der Alliierten; Die Philosophie des verzögerten Friedensschlusses; Die ständige Friedenskonferenz; Vorverhandlungen über den deutschen Friedensvertrag; Erfolgreicher Fehlschlag?; Modus Vivendi; Außenministerrat - falscher Ansatz zum Friedensschluss? Die Verhandlungen über den Status Deutschlands (1950-1959): Alte und neue Entscheidungsträger; Auf niedrigster Ebene; Westliche Ersatz-Friedensregelung; Status Deutschlands und Friedensvertragsfrage; Auf höchster Ebene; Verhandeln unter Druck; Sinn und Zweck der Deutschland-Verhandlungen. Die abschließende Regelung (1989/90): Bestandsaufnahme; Zwei-plus-Vier-Verhandlungen; Bewertungen. Der Integrationsfriede mit Deutschland: Scheitern und Erfolg der Friedensregelung; Überlegungen zum Integrationsfrieden.
Markus Kaim (MK)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Forschungsgruppe "Sicherheitspolitik", Stiftung Wissenschaft und Politik, Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit, Berlin.
Rubrizierung: 4.224.212.3152.313 Empfohlene Zitierweise: Markus Kaim, Rezension zu: Hanns Jürgen Küsters: Der Integrationsfriede. München: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13155-der-integrationsfriede_15764, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 15764 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA