/ 12.06.2013
Christina Bollin
Der zentralamerikanische Integrationsprozeß
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2000 (Europäische Hochschulschriften: Reihe XXXI, Politikwissenschaft 404); 234 S.; ISBN 3-631-36485-7Politikwiss. Diss. Mainz; Gutachter: M. Mols. - Seit dem Ende des Kalten Krieges haben regionale Integrationsprozesse (EU, MERCOSUR, NAFTA etc.) weltweit erheblich an Bedeutung gewonnen. Neben politischen Motiven bilden dabei vor allem ökonomische Ursachen die Hauptantriebskraft dieser auf die Folgen der Globalisierung bezogenen Entwicklung. Die Autorin untersucht Entwicklung, Stand und Perspektiven des komplexen Systems der Integration in Zentralamerika. Im Mittelpunkt stehen dabei die Länder G...
Christina Bollin
Der zentralamerikanische Integrationsprozeß
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2000 (Europäische Hochschulschriften: Reihe XXXI, Politikwissenschaft 404); 234 S.; brosch., 69,- DM; ISBN 3-631-36485-7Politikwiss. Diss. Mainz; Gutachter: M. Mols. - Seit dem Ende des Kalten Krieges haben regionale Integrationsprozesse (EU, MERCOSUR, NAFTA etc.) weltweit erheblich an Bedeutung gewonnen. Neben politischen Motiven bilden dabei vor allem ökonomische Ursachen die Hauptantriebskraft dieser auf die Folgen der Globalisierung bezogenen Entwicklung. Die Autorin untersucht Entwicklung, Stand und Perspektiven des komplexen Systems der Integration in Zentralamerika. Im Mittelpunkt stehen dabei die Länder Guatemala, Honduras, El Salvador, Nicaragua und Costa Rica, die die Zielregion im engeren Sinne konstituieren. Sie gibt einen kurzen Überblick über die politikwissenschaftlichen Theorien der Kooperation und Integration. Anschließend wendet sie sich der Geschichte des zentralamerikanischen Regionalismus zu. Auf der Grundlage des von Daniel Frei entworfenen dreidimensionalen Analyseansatzes untersucht die Autorin die institutionelle, die sozialpsychologische und die transaktionelle Dimension des Integrationsprozesses in Zentralamerika. Mit der Unterzeichnung der "Charta der Organisation der zentralamerikanischen Staaten" durch die Staats- und Regierungschefs der genannten fünf Staaten sowie Panamas im Jahre 1991 wurde die institutionelle Grundlage für das System der Integration in Zentralamerika geschaffen. Dadurch sollte eine politisch-ökonomische Gemeinschaft zwischen den Teilnehmerstaaten gebildet werden. Die Autorin erachtet die Qualität und Effizienz der Integration als beschränkt. Sie führt dies auf die Einbindung zahlreicher Akteure, die Stärke des intergouvernementalen Prinzips in der Entscheidungsfindung und die Schwäche der Beschlussumsetzung auf regionaler Ebene zurück. Ähnlich skeptisch ist sie auch bei der Beurteilung der Frage, inwieweit die Bürger dieser Staaten eine gemeinsame Identität entwickeln können. Etwas differenzierter erscheint das Bild hinsichtlich der ökonomischen und gesellschaftlichen Transaktionen. So gelangt Bollin zu der Schlussfolgerung, dass "man zwar in Zentralamerika tatsächlich von Integration sprechen kann, dass sich der Prozess allerdings erst am Anfang befindet" (200).
Stefan Gänzle (Gä)
Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.5 | 2.65 | 4.3
Empfohlene Zitierweise: Stefan Gänzle, Rezension zu: Christina Bollin: Der zentralamerikanische Integrationsprozeß Frankfurt a. M. u. a.: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13291-der-zentralamerikanische-integrationsprozess_15926, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 15926
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Politikwissenschaftler.
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