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/ 12.06.2013
Christian Freuding

Deutschland in der Weltpolitik. Die Bundesrepublik Deutschland als nichtständiges Mitglied im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in den Jahren 1977/78, 1987/88 und 1995/96. Mit einem Vorwort von Botschafter a. D. Alexander Graf York von Wartenburg

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2000 (Nomos Universitätsschriften: Politik 113); 543 S.; brosch., 60,84 €; ISBN 3-7890-6958-2
Politikwiss. Diss. - Freudings Buch stellt die erste systematische Arbeit zum Vergleich der drei ersten Mitgliedschaften Deutschlands im Sicherheitsrat dar. Die Frage nach der Rolle eines nichtständigen Mitgliedes im entscheidenden UN-Gremium ist dabei vor eine Reihe von Schwierigkeiten gestellt. In seinem Vorwort weist Alexander Graf York von Wartenburg beispielsweise auf die problematische Quellenlage hin: „Denn die Dokumente und Protokolle des Rats spiegeln meist nur das Ergebnis und die Ober...
Christian Freuding

Deutschland in der Weltpolitik. Die Bundesrepublik Deutschland als nichtständiges Mitglied im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in den Jahren 1977/78, 1987/88 und 1995/96. Mit einem Vorwort von Botschafter a. D. Alexander Graf York von Wartenburg

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2000 (Nomos Universitätsschriften: Politik 113); 543 S.; brosch., 60,84 €; ISBN 3-7890-6958-2
Politikwiss. Diss. - Freudings Buch stellt die erste systematische Arbeit zum Vergleich der drei ersten Mitgliedschaften Deutschlands im Sicherheitsrat dar. Die Frage nach der Rolle eines nichtständigen Mitgliedes im entscheidenden UN-Gremium ist dabei vor eine Reihe von Schwierigkeiten gestellt. In seinem Vorwort weist Alexander Graf York von Wartenburg beispielsweise auf die problematische Quellenlage hin: „Denn die Dokumente und Protokolle des Rats spiegeln meist nur das Ergebnis und die Oberfläche der Entscheidungsprozesse wieder. Was zu deren einzelnen Phasen an Motivationen und Vorüberlegungen, an Positionsänderungen von Delegationen und ihren Hintergründen beigetragen hat, bleibt auch in den Debattenbeiträgen der öffentlichen Sitzungen oft mehr oder weniger verschleiert. Vor- und Zwischenentwürfe zu Verhandlungen über Resolutionstexte und über präsidentielle Erklärungen sind bewusst nicht gedruckt und veröffentlicht worden, ebenso wenig wie der Inhalt von informellen Beratungen des Rates oder gar von Gesprächen einzelner Mitgliedsdelegationen miteinander." (8) Freuding begegnet dieser Herausforderung auf verschiedene Weise: Zum einen stützt sich die Arbeit auf über dreißig Interviews mit ehemaligen und „aktiven" Diplomaten, deren Einschätzungen die Quellenlage sinnvoll ergänzen und Lücken sowie Fehleinschätzungen der bloßen Papierform vermeiden helfen. Zum anderen ist die Aufarbeitung der Mitgliedschaften im Sicherheitsrat durch ein zweifaches analytisches Raster strukturiert, das Freuding bei aller Detailtreue eine sinnvolle Bearbeitung der Fakten ermöglicht und das einerseits verschiedene Rollen des Sicherheitsrates unterscheidet und daneben das Kriterium den Maßstab der Beförderung des Staatengemeinschaftsinteresses gemessen an die deutschen VN-Politik legt. Hervorzuheben ist ein Kapitel über die Besonderheiten des weithin vernachlässigten Entscheidungsprozesses im Sicherheitsrat.
Manuel Fröhlich (MF)
Prof. Dr., Juniorprofessur für Politikwissenschaft, Universität Jena (www.manuel-froehlich.de).
Rubrizierung: 4.214.3 Empfohlene Zitierweise: Manuel Fröhlich, Rezension zu: Christian Freuding: Deutschland in der Weltpolitik. Baden-Baden: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13730-deutschland-in-der-weltpolitik_16458, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 16458 Rezension drucken
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