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/ 12.06.2013
Ansgar Fürst

Die Bonner Republik

Freiburg i. Br.: Rombach Verlag 2001 (Rombach Wissenschaften: Reihe Aktuell); 260 S.; pb., 15,24 €; ISBN 3-7930-9240-2
Warum Bonn und nicht Frankfurt die Hauptstadt von Nachkriegsdeutschland wurde? Nicht weil Adenauer seinem Rhöndorfer Rosengarten oder Kardinal Frings in Köln möglichst nahe sein wollte. Auch nicht weil sonst, wie Ernst Reuter es vermutete, Berlin nie wieder Hauptstadt hätte werden können. Es sei ein verhängnisvoller Zufall gewesen, der über die zukünftige Hauptstadt der Bundesrepublik entscheiden sollte: Zwei junge Journalisten liebten sich, gehörten aber, wie im bekannten Shakespeare-Stück, zwe...
Ansgar Fürst

Die Bonner Republik

Freiburg i. Br.: Rombach Verlag 2001 (Rombach Wissenschaften: Reihe Aktuell); 260 S.; pb., 15,24 €; ISBN 3-7930-9240-2
Warum Bonn und nicht Frankfurt die Hauptstadt von Nachkriegsdeutschland wurde? Nicht weil Adenauer seinem Rhöndorfer Rosengarten oder Kardinal Frings in Köln möglichst nahe sein wollte. Auch nicht weil sonst, wie Ernst Reuter es vermutete, Berlin nie wieder Hauptstadt hätte werden können. Es sei ein verhängnisvoller Zufall gewesen, der über die zukünftige Hauptstadt der Bundesrepublik entscheiden sollte: Zwei junge Journalisten liebten sich, gehörten aber, wie im bekannten Shakespeare-Stück, zwei verfeindeten Familien an - sie der SPD, er der CDU. Der Austausch parteivertraulicher Information habe dann für den Ausgang der Abstimmung fatale Konsequenzen gehabt. Fürst, langjähriger Chefredakteur der Badischen Zeitung, hat einen unterhaltsamen Weg gefunden, um die Geschichte der Bonner Republik zu erzählen. Er hat 42 für die politische und gesellschaftliche Entwicklung Deutschlands nach 1945 entscheidende Episoden - von der Ernennung Bonns zur Hauptstadt 1949 bis zur Wiedervereinigung, dem "deutschen Wunder" (253 ff.) von 1990 - ausgesucht und diese möglichst lesbar und spannend dargestellt. Mit großer persönlicher Anteilnahme und ohne seine politischen Vorbehalte bzw. Vorlieben verbergen zu wollen, schildert Fürst die Ereignisse und die Personen, die das damalige politische Geschehen beeinflusst haben. Für die Unterhaltsamkeit des Buches sorgen nicht nur der lebendige Stil, sondern vor allem unbekannte oder schon vergessene Hintergrundinformationen, die Fürst während seiner langjährigen journalistischen Arbeit sammeln konnte. Auf diese Weise verleiht er der Geschichte der Bundesrepublik einen spektakulären Beigeschmack, der in der Menge der politik- und geschichtswissenschaftlichen Literatur über dieses Thema sonst selten zu spüren ist.
Deliana Popova (DP)
Dipl.-Politologin.
Rubrizierung: 2.3132.3 Empfohlene Zitierweise: Deliana Popova, Rezension zu: Ansgar Fürst: Die Bonner Republik Freiburg i. Br.: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13872-die-bonner-republik_16630, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 16630 Rezension drucken
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