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/ 12.06.2013
Harold James

Die Deutsche Bank und die "Arisierung" Aus dem Englischen übersetzt von Karl Heinz Siber

München: C. H. Beck 2001; 266 S.; brosch., 17,38 €; ISBN 3-406-47192-7
Der Band ist aus den Archivforschungen und Diskussionen der internationalen Historikerkommission zur Erforschung der Geschichte der Deutschen Bank in der NS-Zeit hervorgegangen, die vom Vorstand der Bank 1998 berufen worden war, um erstmals zugänglich gemachte Aktenbestände auszuwerten. In zwei einführenden Kapiteln, "Wirtschaft und Politik" sowie "Banken und Nationalsozialismus", stellt der Autor zunächst Funktion, Handlungsspielraum und Ziele von Wirtschaftsunternehmen und insbesondere Großban...
Harold James

Die Deutsche Bank und die "Arisierung" Aus dem Englischen übersetzt von Karl Heinz Siber

München: C. H. Beck 2001; 266 S.; brosch., 17,38 €; ISBN 3-406-47192-7
Der Band ist aus den Archivforschungen und Diskussionen der internationalen Historikerkommission zur Erforschung der Geschichte der Deutschen Bank in der NS-Zeit hervorgegangen, die vom Vorstand der Bank 1998 berufen worden war, um erstmals zugänglich gemachte Aktenbestände auszuwerten. In zwei einführenden Kapiteln, "Wirtschaft und Politik" sowie "Banken und Nationalsozialismus", stellt der Autor zunächst Funktion, Handlungsspielraum und Ziele von Wirtschaftsunternehmen und insbesondere Großbanken im nationalsozialistischen Deutschland dar. "Das Problem der 'Arisierung'" leitet dann mit einer grundsätzlichen Erörterung des Zusammenhangs von "Antisemitismus und Profitstreben" zum ersten Hauptteil der Studie über, in dem einige der größten "Arisierungsfälle" in Verlauf und Ergebnis rekonstruiert werden. Dabei geht der Autor auch auf die Rolle einzelner Verantwortlicher aus dem Vorstand der Deutschen Bank ein, namentlich die von Hermann Josef Abs. Im zweiten Hauptteil wird die nach 1937 einsetzende Ausdehnung der "Arisierungsverfahren" ins Ausland anhand von Beispielen aus Österreich, der Tschechoslowakei und Polen behandelt. Hier tritt vor allem die zunehmende Radikalisierung der Enteignungsmaßnahmen und deren Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Umgestaltung der neu an den NS-Staat angeschlossenen Gebiete in den Vordergrund. Abschließende Kapitel über "Jüdische Bankkonten" und "Die Gewinne der Deutschen Bank" knüpfen an die jüngsten Debatten über die Rückerstattung von "Raubgold" und die jahrzehntelang vertuschten Enteignungsprofite an Opfer oder Hinterbliebene an, die nicht zuletzt zur Einsetzung der internationalen Historikerkommission geführt hatten.
Michael Hein (HN)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Arbeitsstelle für graphische Literatur, Universität Hamburg, freier Lektor, Übersetzer, Publizist.
Rubrizierung: 2.312 Empfohlene Zitierweise: Michael Hein, Rezension zu: Harold James: Die Deutsche Bank und die "Arisierung" München: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14008-die-deutsche-bank-und-die-arisierung_16784, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 16784 Rezension drucken
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