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/ 11.06.2013
Franz Cromme

Die Finanzen der CDU. Die Entwicklung des Finanzierungssystems bis 1961

Berlin: Verlag Dr. Köster 2000; 48 S.; ISBN 3-89574-395-X
"Die Kosten des CDU-Wahlkampfes auf Bundesebene bezifferte die CDU selbst auf 6,7 Millionen, die SPD auf 41,9 Millionen. [...] Während die SPD in ihren Jahrbüchern immer eine genaue Aufstellung ihrer Einnahmen und Ausgaben liefert, fehlt bei der CDU jede offizielle Veröffentlichung über ihre Finanzen." (1) So beginnt Cromme seine Arbeit, und er schließt sie mit folgendem Resümee ab: "Bei der Untersuchung der CDU-Finanzierung hat sich bei den Einnahmen ein Anteil der direkten und indirekten Zuwen...
Franz Cromme

Die Finanzen der CDU. Die Entwicklung des Finanzierungssystems bis 1961

Berlin: Verlag Dr. Köster 2000; 48 S.; 29,80 DM; ISBN 3-89574-395-X
"Die Kosten des CDU-Wahlkampfes auf Bundesebene bezifferte die CDU selbst auf 6,7 Millionen, die SPD auf 41,9 Millionen. [...] Während die SPD in ihren Jahrbüchern immer eine genaue Aufstellung ihrer Einnahmen und Ausgaben liefert, fehlt bei der CDU jede offizielle Veröffentlichung über ihre Finanzen." (1) So beginnt Cromme seine Arbeit, und er schließt sie mit folgendem Resümee ab: "Bei der Untersuchung der CDU-Finanzierung hat sich bei den Einnahmen ein Anteil der direkten und indirekten Zuwendungen der Industrie- und Wirtschaftskreise gezeigt, der im ersten Augenblick erschrecken muss. Bei genauerer Betrachtung hat sich zwar ergeben, dass die Auswirkungen auf die Politik bisher vielleicht noch tragbar gewesen sind. Es hat sich jedoch klar herausgestellt, welche Gefahren für die Zukunft in diesem Finanzierungssystem liegen. Es ist nicht unmöglich, dass die Schlagzeile der SPD 'Unternehmermillionen kaufen politische Macht' bittere Wirklichkeit werden könnte." Und: "Die CDU sollte dieser Gefahr entgegensehen" (48). Zu einer Zeit, in der die CDU-Affäre um schwarze Konten und den vermeintlich durch Ehrenwort legitimierten Verfassungsbruch gerade einmal ein Jahr alt ist, mögen diese Zeilen wenig überraschen, eher verwirren. Doch die Desorientierung ist rasch aufgelöst: Zwischen dem wohl größten Finanzskandal der Partei und der Niederschrift dieser Arbeit liegen fast genau vierzig Jahre. Es handelt sich um eine Seminararbeit, die der Autor Anfang 1961 als Student bei Prof. Flechtheim an der FU Berlin schrieb, übrigens als Mitglied der CDU. Er nahm die eingangs geschilderten Differenzen zum Anlass, das Finanzierungssystem der CDU zu jener Zeit zu untersuchen, als die in Artikel 21 GG geforderte Rechenschaftslegung der Parteien noch nicht gesetzlich geregelt war. Gleichwohl hatten sich, wie der Autor in einem aktuellen Vorwort formuliert, "bereits alle Elemente der heutigen Parteienfinanzierung im Ansatz entwickelt" (1) und also auch - wie es scheint - alle Nistplätze für demokratiefeindliche Fehlentwicklungen. Inhaltsübersicht: Die Ausgaben der CDU; Die Beiträge; Die Einnahmen aus Veranstaltungen und wirtschaftlichen Unternehmen; Die Spenden; Staatliche Zuschüsse; Überblick über die Parallelaktionen; Der Einfluß der Förderer auf die CDU; Die Auswirkung der Förderung der CDU durch die Wirtschaft auf das Kräfteverhältnis der Parteien.
Detlef Lemke (Le)
Dipl.-Politologe.
Rubrizierung: 2.331 Empfohlene Zitierweise: Detlef Lemke, Rezension zu: Franz Cromme: Die Finanzen der CDU. Berlin: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/12316-die-finanzen-der-cdu_14713, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 14713 Rezension drucken
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