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/ 12.06.2013
Walter Pfannkuche

Die Moral der Optimierung des Wohls. Begründung und Anwendung eines modernen Moralprinzips

Freiburg i. Br./München: Verlag Karl Alber 2000 (Alber-Reihe praktische Philosophie 68); 361 S.; geb., 39,88 €; ISBN 3-495-47988-0
Phil. Habilitationsschrift Berlin; Gutachter: G. Abel, H. Poser. - Pfannkuches Arbeit dreht sich um die Frage der Bestimmung des moralisch Richtigen. Im Kern steht die These, "daß es möglich ist, einen Disput über die Richtigkeit einer moralischen These zu führen, ohne dabei die Frage zu berühren, ob es für einen oder jeden der Disputanten gute Gründe gibt, so zu handeln. Das bedeutet auch, daß es möglich ist, eine moralische Überzeugung zu haben, und gleichwohl zu meinen, daß man keinen und sch...
Walter Pfannkuche

Die Moral der Optimierung des Wohls. Begründung und Anwendung eines modernen Moralprinzips

Freiburg i. Br./München: Verlag Karl Alber 2000 (Alber-Reihe praktische Philosophie 68); 361 S.; geb., 39,88 €; ISBN 3-495-47988-0
Phil. Habilitationsschrift Berlin; Gutachter: G. Abel, H. Poser. - Pfannkuches Arbeit dreht sich um die Frage der Bestimmung des moralisch Richtigen. Im Kern steht die These, "daß es möglich ist, einen Disput über die Richtigkeit einer moralischen These zu führen, ohne dabei die Frage zu berühren, ob es für einen oder jeden der Disputanten gute Gründe gibt, so zu handeln. Das bedeutet auch, daß es möglich ist, eine moralische Überzeugung zu haben, und gleichwohl zu meinen, daß man keinen und schon gar keinen überragenden Grund hat, so zu handeln" (17). Diese These bildet gleichsam das Fundament für die von ihm im Verlauf der Arbeit freizulegende Logik der menschlichen Argumentation, also ein Verfahren zur Bestimmung der Kriterien der moralischen Richtigkeit innerhalb eines Diskurses. In der Auseinandersetzung mit Kant, Hare, Habermas und Tugendhat folgert der Autor, dass dieser Logik weder ein utilitaristisches noch ein egalitäres Moralprinzip entspricht. Vielmehr muss es ein Moralprinzip sein, welches auf die Optimierung des Wohls der am schlechtesten gestellten Person angelegt ist. Nur dieses Prinzip führt zu einer Moral mit starken positiven Pflichten und einer Neubestimmung des Verpflichtungscharakters der supererogatorischen Pflichten, so Pfannkuche. Die praktischen Implikationen des Optimierungsprinzips werden im letzten Teil der Arbeit anhand der Fragen nach der Verteilung von Einkommen und Arbeit und dem Umfang medizinischer Versorgung, sowie der Probleme supranationaler und generationenübergreifender Gerechtigkeit durchgespielt.
Stefan Göhlert (SG)
M. A., Politikwissenschaftler, Protokollchef und Bürgerbeauftragter in der Verwaltung der Stadt Jena.
Rubrizierung: 5.42 Empfohlene Zitierweise: Stefan Göhlert, Rezension zu: Walter Pfannkuche: Die Moral der Optimierung des Wohls. Freiburg i. Br./München: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13507-die-moral-der-optimierung-des-wohls_16180, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 16180 Rezension drucken
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