/ 12.06.2013
G. Pascal Zachary
Die neuen Weltbürger. Einwanderungsgesellschaften gehört die Zukunft. Aus dem Amerikanischen von Thorsten Schmidt
München: Econ 2000; 448 S.; geb., 24,54 €; ISBN 3-430-19905-0Der Redakteur des Wall Street Journal legt ein bewusst subjektiv gehaltenes Buch vor, das sich als "kosmopolitisches Manifest" (Buchhülle) ankündigt. Seine These, nach der Einwanderungsgesellschaften Wettbewerbs- und Innovationsvorteile entfalten, wendet er auf eine Reihe moderner Industriestaaten an und variiert sie in durchaus emphatischem Stil: "Bastarde sind keine Mißgeschicke, keine unvermeidlichen Verstöße gegen die natürliche Ordnung, sondern symbolisieren das Aufblühen einer edlen Mensch...
G. Pascal Zachary
Die neuen Weltbürger. Einwanderungsgesellschaften gehört die Zukunft. Aus dem Amerikanischen von Thorsten Schmidt
München: Econ 2000; 448 S.; geb., 24,54 €; ISBN 3-430-19905-0Der Redakteur des Wall Street Journal legt ein bewusst subjektiv gehaltenes Buch vor, das sich als "kosmopolitisches Manifest" (Buchhülle) ankündigt. Seine These, nach der Einwanderungsgesellschaften Wettbewerbs- und Innovationsvorteile entfalten, wendet er auf eine Reihe moderner Industriestaaten an und variiert sie in durchaus emphatischem Stil: "Bastarde sind keine Mißgeschicke, keine unvermeidlichen Verstöße gegen die natürliche Ordnung, sondern symbolisieren das Aufblühen einer edlen Menschlichkeit." (10) Da Einwanderungsgesellschaften schon aufgrund ihrer Zusammensetzung Toleranzstrukturen benötigen, seien diese Gesellschaften mit "Wurzeln und Flügeln" (13), wie Zachary in Anlehnung an den Soziologen Anthony Appiah formuliert, besonders zukunftsfähig. Dies gießt er in die Formel "Hybridität + sozialer Zusammenhalt = Nationale Macht" (21). Moderne Gesellschaften müssten drei Aufgaben zugleich bewältigen: "Erstens müssen sie entscheiden, welche Art von Vielfalt sie wollen. Zweitens müssen sie die gesellschaftliche Bindung auf eine neue Grundlage stellen. Schließlich müssen sie ein hohes Maß an Hybridität erreichen, ohne den sozialen Frieden zu gefährden." (22) Dabei würden sich weitgehende Monokulturen, wie etwa Deutschland, noch sehr realitätsverdrängend verhalten. Zum Beleg seiner These und gleichzeitig als literarischer Kniff stellt Zachary jedem seiner Kapitel, die sich auch schwerpunktmäßig verschiedenen Gesellschaften widmen, eine anekdotenhafte, persönliche Schilderung oder Begebenheit voran: "Die neuen Weltbürger ist eine Antwort auf diese Phantasielosigkeit, ein Produkt meiner intuitiven Erkenntnis darüber, dass ich die Kräfte, die in allen reichen Nationen und vermutlich auch in vielen ärmeren Ländern am Werk sind, erfassen könnte, indem ich eine Vielzahl einfacher Menschen in einer Hand voll exemplarischer Länder betrachtete." (25)
Inhalt: Einleitung: Die neuen Weltbürger; 1. Der Sänger: Der Werkzeugkasten der Identität; 2. Die Journalistin: Wurzeln und Flügel; 3. Die Managerin: Die Notwendigkeit der Bastardisierung; 4. Der Sucher: Der Hybriditätsfaktor; 5. Der Findige: Der multiethnische Staat; 6. Die Rebellin: Geplante Vielfalt; 7. Der Macher: Das kosmopolitische Unternehmen; 8. Die Predigerin: Die neuen Führungspersönlichkeiten; 9. Die Nachahmer: Die neuen Weltbürger und ihre Kritiker. Epilog: Eine gemischte Welt.
Manuel Fröhlich (MF)
Prof. Dr., Juniorprofessur für Politikwissenschaft, Universität Jena (www.manuel-froehlich.de).
Rubrizierung: 2.2 | 2.342 | 2.35 | 4.43 | 2.262
Empfohlene Zitierweise: Manuel Fröhlich, Rezension zu: G. Pascal Zachary: Die neuen Weltbürger. München: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13173-die-neuen-weltbuerger_15783, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 15783
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Prof. Dr., Juniorprofessur für Politikwissenschaft, Universität Jena (www.manuel-froehlich.de).
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