/ 11.06.2013
Volker Sieger
Die Wirtschafts- und Sozialpolitik der KPD von 1945 bis 1956
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2000 (Europäische Hochschulschriften: Reihe III, Geschichte und ihre Hilfswissenschaften 862); 361 S.; ISBN 3-631-34178-4Geschichtswiss. Diss. Bochum. - Mit der Geschichte der KPD nimmt der Autor eine wichtige Weichenstellung für die spätere Parteienlandschaft in der Bundesrepublik in den Blick und nähert sich damit aus historischer Perspektive einem auch politikwissenschaftlich interessanten Thema. Sieger untersucht die Strategien der KPD im Lichte bislang kaum erschlossener parteiinterner Quellen, u. a. aus dem ehemaligen Zentralen Parteiarchiv der SED. Sie geben zum einen detailliert Aufschluss über die zeitwei...
Volker Sieger
Die Wirtschafts- und Sozialpolitik der KPD von 1945 bis 1956
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2000 (Europäische Hochschulschriften: Reihe III, Geschichte und ihre Hilfswissenschaften 862); 361 S.; brosch., 98,- DM; ISBN 3-631-34178-4Geschichtswiss. Diss. Bochum. - Mit der Geschichte der KPD nimmt der Autor eine wichtige Weichenstellung für die spätere Parteienlandschaft in der Bundesrepublik in den Blick und nähert sich damit aus historischer Perspektive einem auch politikwissenschaftlich interessanten Thema. Sieger untersucht die Strategien der KPD im Lichte bislang kaum erschlossener parteiinterner Quellen, u. a. aus dem ehemaligen Zentralen Parteiarchiv der SED. Sie geben zum einen detailliert Aufschluss über die zeitweilige reale Mobilisierungsfähigkeit der KPD - so z. B. ihre Verankerung in Betriebsräten und Gewerkschaften -, zum anderen ermöglicht der Einblick in interne Strukturen und Strategiediskussionen ein Urteil darüber, inwieweit die KPD "aufgrund politischer, organisatorischer oder taktischer Versäumnisse hinter ihren Möglichkeiten zurück[blieb]" (9). Ziel des Autors ist es, die internen Bedingungen für den fortschreitenden Einflussverlust der KPD bis zu ihrem Verbot im Jahr 1956 zu erhellen. Sieger kommt zu dem Ergebnis, dass der beginnende Kalte Krieg lediglich notwendige Bedingung für die Marginalisierung der KPD war, insbesondere die von der KPD lang gehegte Erwartung eines baldigen stärkeren Einflusses der UdSSR im vereinten Deutschland jedoch zu Selbstisolation und Passivität in manchen Fragen führte und diese Marginalisierung begünstigte.
Aus dem Inhalt: I. (1935-1945): 1. Das ZK und seine Ziele für die politische Verfaßtheit Deutschlands; 2. Das ZK und seine Ziele für die ökonomische und soziale Verfaßtheit Deutschlands; 3. Agrarpolitik; 4. Die Rolle der Partei. II. (1945-1948): 1. Kommunistische Politik und Organisation in den Westzonen; 2. Das Verhältnis der westdeutschen zur ostdeutschen Partei; 3. Erste wirtschafts- und sozialpolitische Äußerungen und Aktivitäten; 4. Erste Aktivitäten in Betrieben und Gewerkschaften; 5. "Arbeit und Soziales": grundlegendes Konzept kommunistischer Wirtschafts- und Sozialpolitik; 6. Politikfelder. III. (1948-1950): 1. Wendejahre 1948/49: Marshall-Plan, Währungsreform und Ruhrstatut; 2. Lohnkampf; 3. Verlust der politischen Akzeptanz; 4. Innerparteiliche Säuberungen und Strukturveränderungen; 5. Das Abrücken vom A & S-Konzept und der Versuch einer Hinwendung zu "Betrieb und Gewerkschaft". IV. (1950-1956): 1. Die nationale Politik; 2. Die "ultralinke" Politik und die "Antwort" der Gewerkschaften; 3. Kurskorrekturen des Hamburger Parteitags und die weitere Entwicklung; 4. Die Parteiorganisation; 5. Mitbestimmungspolitische Weichenstellungen; 6. Lohnkampf: Hauptinhalt kommunistischer Wirtschafts- und Sozialpolitik; 7. Lohnpolitik nach dem Hamburger Parteitag.
Karen Jaehrling (KJ)
Dr., Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 2.331 | 2.313 | 2.342
Empfohlene Zitierweise: Karen Jaehrling, Rezension zu: Volker Sieger: Die Wirtschafts- und Sozialpolitik der KPD von 1945 bis 1956 Frankfurt a. M. u. a.: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/12545-die-wirtschafts--und-sozialpolitik-der-kpd-von-1945-bis-1956_14998, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 14998
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Dr., Politikwissenschaftlerin.
CC-BY-NC-SA