/ 12.06.2013
Eberhard Grashoff / Rolf Muth (Hrsg.)
Drinnen vor der Tür. Über die Arbeit von Korrespondenten aus der Bundesrepublik in der DDR zwischen 1972 und 1990. Mit einem Geleitwort von Lothar de Maizière
Berlin: Das Neue Berlin (edition ost) 2000 (Rote Reihe); 203 S.; 12,68 €; ISBN 3-89793-023-4Die Paraphierung des Viermächte-Abkommens über Berlin am 3. September 1971 und der Abschluss des deutsch-deutschen Grundlagenvertrages am 21. Dezember 1972 machten den Weg frei für eine ungehindertere Betätigung der westdeutschen Journalisten innerhalb der DDR. Hatten diese bis dahin nur kurze Reportagereisen durch den anderen deutschen Staat unternommen, die zudem durch eine sorgfältige und aufmerksame Begleitung der staatlichen Organe gekennzeichnet waren, konnten sie sich nun als ständig akkr...
Eberhard Grashoff / Rolf Muth (Hrsg.)
Drinnen vor der Tür. Über die Arbeit von Korrespondenten aus der Bundesrepublik in der DDR zwischen 1972 und 1990. Mit einem Geleitwort von Lothar de Maizière
Berlin: Das Neue Berlin (edition ost) 2000 (Rote Reihe); 203 S.; 12,68 €; ISBN 3-89793-023-4Die Paraphierung des Viermächte-Abkommens über Berlin am 3. September 1971 und der Abschluss des deutsch-deutschen Grundlagenvertrages am 21. Dezember 1972 machten den Weg frei für eine ungehindertere Betätigung der westdeutschen Journalisten innerhalb der DDR. Hatten diese bis dahin nur kurze Reportagereisen durch den anderen deutschen Staat unternommen, die zudem durch eine sorgfältige und aufmerksame Begleitung der staatlichen Organe gekennzeichnet waren, konnten sie sich nun als ständig akkreditierte Korrespondenten in Ost-Berlin niederlassen. Dabei blieb jedoch ihre Tätigkeit erschwert, denn die Führung der SED betrachtete sie nach wie vor als personifizierte Klassenfeinde, deren Handeln lediglich darauf abziele, die politischen Erfolge der DDR zu diskreditieren und deren innenpolitische Legitimation zu untergraben. So kam es zu der merkwürdigen Situation, dass die Westkorrespondenten nun zwar in der DDR lebten, aber wenn sie über das Land und seine Menschen berichten wollten, faktisch vor verschlossenen Türen standen: "Die DDR blieb eine geschlossene Gesellschaft und das Informationsmonopol der SED eine uneinnehmbare Festung" (8). Innerhalb dieser Rahmenbedingungen vollzog sich die journalistische Tätigkeit der Westkorrespondenten in der DDR, die dieser Sammelband untersucht. Dabei handelt es sich weniger um ein wissenschaftliches Werk im traditionellen Sinn, sondern um Gesprächsprotokolle, in denen unmittelbar Beteiligte, d. h. einerseits drei Korrespondenten westdeutscher Zeitungen und andererseits drei Mitarbeiter der Abteilung "Journalistische Beziehungen" des DDR-Außenministeriums Auskunft über die Handlungsspielräume und Begrenzungen ihrer Tätigkeit Auskunft geben.
Inhalt: Peter Jochen Winters: Die normale Unnormalität. Die journalistischen Beziehungen im deutsch-deutschen Vertragsgeflecht (14-25); Peter Jochen Winters / Peter Nöldechen: Eberhard Grashoff - Journalist in diplomatischer Mission (26-38); Gerhard Meyer: Ein Nonpaper und seine Folgen (39-51); Peter Nöldechen: Als dienstältester Korrespondent vor Ort (52-66); Rolf Muth: Alltag zwischen den Fronten des Kalten Krieges (67-87); Peter Jochen Winters: Ich war immer in Deutschland (88-104); Werner Claus: War das "Klima" gut, ging vieles besser (105-119); Karl-Heinz Baum: Wir gaben den Menschen eine Stimme (120-139).
Markus Kaim (MK)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Forschungsgruppe "Sicherheitspolitik", Stiftung Wissenschaft und Politik, Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit, Berlin.
Rubrizierung: 2.333 | 2.314
Empfohlene Zitierweise: Markus Kaim, Rezension zu: Eberhard Grashoff / Rolf Muth (Hrsg.): Drinnen vor der Tür. Berlin: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13683-drinnen-vor-der-tuer_16406, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 16406
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Forschungsgruppe "Sicherheitspolitik", Stiftung Wissenschaft und Politik, Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit, Berlin.
CC-BY-NC-SA