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/ 12.06.2013
Anke Hassel

Gewerkschaften und sozialer Wandel. Mitgliederrekrutierung und Arbeitsbeziehungen in Deutschland und Großbritannien

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 1999 (Nomos Universitätsschriften: Soziologie 4); 266 S.; brosch., 45,50 €; ISBN 3-7890-6027-5
Diss. Bochum. - Wie rekrutieren Verbände Mitglieder? Die Dissertation nimmt den Mitgliederschwund vieler europäischer Gewerkschaften seit den 80er-Jahren zum Anlass, die Mechanismen der Mitgliederrekrutierung in freiwilligen Organisationen näher zu untersuchen und nach Erklärungsfaktoren für den Erfolg oder Misserfolg von Gewerkschaften in der Mobilisierung ihrer Klientel zu fragen. Hassel entwickelt dabei einen institutionalistischen Erklärungsansatz, der davon ausgeht, dass der ökonomische Str...
Anke Hassel

Gewerkschaften und sozialer Wandel. Mitgliederrekrutierung und Arbeitsbeziehungen in Deutschland und Großbritannien

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 1999 (Nomos Universitätsschriften: Soziologie 4); 266 S.; brosch., 45,50 €; ISBN 3-7890-6027-5
Diss. Bochum. - Wie rekrutieren Verbände Mitglieder? Die Dissertation nimmt den Mitgliederschwund vieler europäischer Gewerkschaften seit den 80er-Jahren zum Anlass, die Mechanismen der Mitgliederrekrutierung in freiwilligen Organisationen näher zu untersuchen und nach Erklärungsfaktoren für den Erfolg oder Misserfolg von Gewerkschaften in der Mobilisierung ihrer Klientel zu fragen. Hassel entwickelt dabei einen institutionalistischen Erklärungsansatz, der davon ausgeht, dass der ökonomische Strukturwandel aufgrund divergierender, länderspezifischer "institutionelle[r] Konfigurationen" (47) unterschiedlich verarbeitet wird, bezogen auf das Thema der Arbeit also unterschiedliche Dynamiken der Mitgliederrekrutierung erwarten lässt. Solche Zusammenhänge lassen sich zwar empirisch nachweisen, eine konsistente mikrosoziologische Erklärung dieser Zusammenhänge steht jedoch nach Auffassung von Hassel noch aus. Sie entwickelt dabei die Hypothese, dass länderspezifische gewerkschaftliche Organisationssysteme in unterschiedlichem Maße staatliche Rekrutierungshilfen für Gewerkschaften hervorbringen und so voneinander abweichende Mitgliederstrukturen entstehen. Diese Hypothesen werden anhand eines Vergleichs zwischen dem deutschen, korporatistischen und dem britischen, pluralistischen Organisationssystem untersucht, der diese Annahmen weitgehend bestätigt. Aufgrund der Untersuchung dreier unterschiedlicher Sektoren (Bankangestellte, Pflegepersonal, Arbeitnehmer der metallverarbeitenden Industrie) gibt die Studie in detaillierter Weise Aufschluss über die Entwicklungspfade der beiden Systeme industrieller Beziehungen. Inhalt: I. Institutionensystem und kollektive Akteure: 1. Empirische Befunde der Mitgliederentwicklung deutscher und britischer Gewerkschaften zwischen 1970 und 1995; 2. Einflußfaktoren gewerkschaftlicher Mitbestimmung; 3. Mitgliederrekrutierung in freiwilligen Organisationen und nationale Konfigurationen von Gewerkschaftssystemen. II. Mitgliederrekrutierung in korporatistischen und pluralistischen Organisationssystemen: 4. Vielfalt in der Interessenorganisation und die Organisierung sozialer Gruppen; 5. Die Regulierung interorganisatorischer Beziehungen durch Tarifrecht; 6. Institutionelle Mechanismen der Mitgliederrekrutierung: Die Systeme der Interessenvertretung. III. Fallstudien: 7. Die Organisation von Pflegepersonal; 8. Interessenorganisation der Bankangestellten; 9. Interessenorganisation in der metallverarbeitenden Industrie; 10. Mitgliederrekrutierung in nationalen Organisationssystemen.
Karen Jaehrling (KJ)
Dr., Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 2.222.3312.61 Empfohlene Zitierweise: Karen Jaehrling, Rezension zu: Anke Hassel: Gewerkschaften und sozialer Wandel. Baden-Baden: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13503-gewerkschaften-und-sozialer-wandel_16175, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 16175 Rezension drucken
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