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/ 11.06.2013
Theodor M. Bardmann / Dirk Baecker (Hrsg.)

"Gibt es eigentlich den Berliner Zoo noch?" Erinnerungen an Niklas Luhmann

Konstanz: UVK Universitätsverlag 1999; 189 S.; ISBN 3-87940-696-0
Nur die Gesellschaft könne kommunizieren - so notiert Luhmann in seinem Vorwort zum dritten Band von "Gesellschaftsstruktur und Semantik" (1989) [10] - und deshalb sei "die Figur des 'Autors' nichts weiter [...] als ein Artefakt eben dieser Kommunikation". Wenn ein Autor sich schon zu Lebzeiten so ausdrücklich im Werk verbirgt, dann konfrontiert das Freunde und Kollegen in ihren Erinnerungen an den 1998 verstorbenen Luhmann durchgängig mit dem "Enigmatischen dieser Person" - so Kieserling (57) -...
Theodor M. Bardmann / Dirk Baecker (Hrsg.)

"Gibt es eigentlich den Berliner Zoo noch?" Erinnerungen an Niklas Luhmann

Konstanz: UVK Universitätsverlag 1999; 189 S.; brosch., 29,80 DM; ISBN 3-87940-696-0
Nur die Gesellschaft könne kommunizieren - so notiert Luhmann in seinem Vorwort zum dritten Band von "Gesellschaftsstruktur und Semantik" (1989) [10] - und deshalb sei "die Figur des 'Autors' nichts weiter [...] als ein Artefakt eben dieser Kommunikation". Wenn ein Autor sich schon zu Lebzeiten so ausdrücklich im Werk verbirgt, dann konfrontiert das Freunde und Kollegen in ihren Erinnerungen an den 1998 verstorbenen Luhmann durchgängig mit dem "Enigmatischen dieser Person" - so Kieserling (57) -, das weder neuerliche Textexegese noch Vertrautheit mit biographischen Details zureichend aufzuschlüsseln vermögen. Tatsächlich entwerfen die hier versammelten, zumeist nur wenige Seiten umfassenden Impressionen ganz unterschiedliche und durchaus auch überraschende Bilder dieses Ironikers aus Überzeugung. Und vielleicht beruht die dabei vielfach bezeugte Ungreifbarkeit des Individuums auf eben dem, was den Rang des Werkes selbst begründet: dem - wie Ortmann pointiert - "Sinn für die Rätsel des Sozialen" (167). Inhalt: Heinz von Foerster: An Niklas Luhmann (13-15); Otthein Rammstedt: In Memoriam: Niklas Luhmann (16-20); Klaus P. Japp: Nervöser Respekt - gleichmütige Aufmerksamkeit (21-23); Klaus Dammann: Wohlwollende Interpretationen (24-28); David Roberts: Wissenschaft und Kunst. Gedanken zur soziologischen Imagination bei Niklas Luhmann (29-31); Frederick D. Bunsen: Der Künstler in Niklas Luhmann (32-39); Roswita Königswieser: "Gefühle spielen doch eine Rolle!". Ein Abschied von Niklas Luhmann (40-41); Rudolf Wimmer: Begegnungen mit Beratern (42-46); Hans-Martin Kruckis: Abgründe des Komischen. Schlaglichter auf Luhmanns Humor (47-52); Christof Wehrsig: Gesten der Person. Zur hintergründigen Anwesenheit Luhmanns (53-55); André Kieserling: Wer kennt Niklas Luhmann? (56-62); Elena Esposito: Im Bewußtsein des Unsagbaren (63-66); Andrea Frank: Weder Naserümpfen noch Augenaufschlag (67-71); Ranulph Glanville: Scenes (72-73); Peter Fuchs: Niklas Luhmann - erzählt (74-80); Gerard de Zeeuw: A bell ringing (81-82); Dirk Baecker: Im Seminar (83-85); Sylke Voß: Niklas Luhmann. Wie ich ihn sah, was er für mich war - von A-Z (86); Uwe Kubiak: Asymmetrischer Kreisablauf (87); Helen Tartar: Stanford University Press (88); Theodor M. Bardmann: Ein Virus in meinem Denken (89-98); Detlef Horster: Tee im Museum (99-101); Heinrich W. Ahlemeyer: Die Gegenwart der Vergangenheit (102-103); Giancarlo Corsi: Ein Symbol für eine unbekannte Zukunft (104-107); Junichi Kasuga: Niklas Luhmann aus der Sicht eines japanischen Wirtschaftswissenschaftlers (108-110); Manfred Lauermann: Abu Telfan (111-117); Lothar Eley: Gespräche eines konstruktiven Phänomenologen mit Niklas Luhmann (118-121); Detlef Pollack: Luhmann in der DDR (122-129); Dario Rodriguez: Niklas Luhmann, eine Erinnerung (130-133); Tsutomu Sato: Luhmann und ich (134-136); Uwe Schimank: Ein widerspenstiger Lehrer (137-142); Ole Thyssen: Memories of Luhmann (143-151); Lothar Schreiber: Beispiele: Niklas Luhmann begegnet (152-153); Claudio Souto: Luhmann als Mensch (154-155); Katrin Volger-Schumann: Begegnungen mit Niklas Luhmann (156-158); Günther Ortmann: ... die mysteriöse Einheit der Operation. Für und wider Niklas Luhmann (159-168); Johannes Berger: Niklas Luhmann und die Zukunft der Soziologie (169-173); Hans Ulrich Gumbrecht: Niklas Luhmanns flüchtige Privatheiten (174-178); Klaus Dammann: Luhmann sehen und hören. Eine Audio- und Videographie (179-182); Friedrich Kittler: Ein Herr namens Luhmann (183-186); Helmut Willke: Zur Differenz von Schreiben und Reden und Schweigen (187-189).
Thomas Mirbach (Mir)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 5.465.421.3 Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Theodor M. Bardmann / Dirk Baecker (Hrsg.): "Gibt es eigentlich den Berliner Zoo noch?" Konstanz: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/12331-gibt-es-eigentlich-den-berliner-zoo-noch_14729, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 14729 Rezension drucken
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