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/ 11.06.2013
Paul Matussek / Peter Matussek / Jan Marabach

Hitler. Karriere eines Wahns

München: Herbig 2000; 303 S.; ISBN 3-7766-2184-2
Wie schon der Titel erkennen lässt, wird hier einmal mehr der Versuch unternommen, das so schwer zu begreifende Phänomen "Nationalsozialismus" mit Hilfe einer Psychopathologie Hitlers zu erklären; der Unterschied zu früheren Versuchen dieser Art besteht in der Ergänzung des Ansatzes durch eine sozialhistorische Betrachtung, die Hitlers angeblichen Wahn in Korrelation zu einer zeittypischen Bereitschaft der Bevölkerung setzt, ihn in seinem pathologischen Selbstbild zu bestätigen. Abgesehen von de...
Paul Matussek / Peter Matussek / Jan Marabach

Hitler. Karriere eines Wahns

München: Herbig 2000; 303 S.; 49,90 DM; ISBN 3-7766-2184-2
Wie schon der Titel erkennen lässt, wird hier einmal mehr der Versuch unternommen, das so schwer zu begreifende Phänomen "Nationalsozialismus" mit Hilfe einer Psychopathologie Hitlers zu erklären; der Unterschied zu früheren Versuchen dieser Art besteht in der Ergänzung des Ansatzes durch eine sozialhistorische Betrachtung, die Hitlers angeblichen Wahn in Korrelation zu einer zeittypischen Bereitschaft der Bevölkerung setzt, ihn in seinem pathologischen Selbstbild zu bestätigen. Abgesehen von den Problemen einer Ferndiagnose bedeutet ein solches Vorgehen, auch wenn es den sozialgeschichtlichen Horizont der Bevölkerung mit einbezieht, letztlich die völlige Individualisierung einer menschheitsgeschichtlichen Katastrophe - so als könnte man das Denken Hitlers, das eben nicht bloß wahnhaft war, aus seinen geistesgeschichtlichen Bezügen lösen oder die Traditionen, in denen er stand, auf ein bloßes Vehikel seines Wahns reduzieren. Wenn man Hitlers Weltanschauung auf acht Seiten und unter der Rubrik "Der 'Hitlerismus'" (246) abtun zu können glaubt, dann bezeugt diese Nichteinlassung, dass man um der Psychologisierung willen auf die Auseinandersetzung mit der Sache des Nationalsozialismus verzichtet hat. Ob man aber tatsächlich die Sache von Hitler her erklären kann oder nicht vielmehr Hitler von der Sache her erklären muss, ist die Frage, die sich angesichts dieses Buches mit neuer Dringlichkeit stellt. Inhaltsübersicht: I. Einführung: Das Rätsel Hitler; II. Das Desiderat eines neuen Diagnosemodells - Hitler als Präzedenzfall; III. Hitlers Wahnkarriere in psychodynamischer Sicht; IV. Kulturhistorische Aspekte des Hitlerwahns; Schlussbetrachtung: Zur Frage der Schuldfähigkeit.
Barbara Zehnpfennnig (BZ)
Prof. Dr., Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Universität Passau.
Rubrizierung: 2.312 Empfohlene Zitierweise: Barbara Zehnpfennnig, Rezension zu: Paul Matussek / Peter Matussek / Jan Marabach: Hitler. München: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/12275-hitler_14661, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 14661 Rezension drucken
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