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/ 12.06.2013
Guido Knopp (Hrsg.)

Hitlers Frauen und Marlene. Dokumentation: Alexander Berkel, Christine Kisler, Mario Sporn

München: C. Bertelsmann 2001; 416 S.; 24,- €; ISBN 3-570-00362-0
Das neueste in der langen Reihe von Büchern Knopps über das Dritte Reich beschäftigt sich in recht ausführlichen Porträts mit einigen Frauen, die aus freiem Willen die von den Nazis gewollte Rolle der "deutschen Frau" spielten. Nur das Porträt Marlene Dietrichs fällt dabei aus dem Rahmen, denn sie entschied sich trotz des Drängens der Nazis bewusst dagegen, sich als Ikone des Dritten Reichs missbrauchen zu lassen - aus "Anstandsgefühl", wie sie in einem Interview sagte (406). Diese lapidare Beme...
Guido Knopp (Hrsg.)

Hitlers Frauen und Marlene. Dokumentation: Alexander Berkel, Christine Kisler, Mario Sporn

München: C. Bertelsmann 2001; 416 S.; 24,- €; ISBN 3-570-00362-0
Das neueste in der langen Reihe von Büchern Knopps über das Dritte Reich beschäftigt sich in recht ausführlichen Porträts mit einigen Frauen, die aus freiem Willen die von den Nazis gewollte Rolle der "deutschen Frau" spielten. Nur das Porträt Marlene Dietrichs fällt dabei aus dem Rahmen, denn sie entschied sich trotz des Drängens der Nazis bewusst dagegen, sich als Ikone des Dritten Reichs missbrauchen zu lassen - aus "Anstandsgefühl", wie sie in einem Interview sagte (406). Diese lapidare Bemerkung, nicht ohne Absicht an den Schluss des Buches gestellt, wirft ein grelles Licht auf die anderen Biographien: Eva Braun, Magda Goebbels, Leni Riefenstahl, Winifred Wagner und Zarah Leander hatten dieses Anstandsgefühl nicht. Sie zogen es vielmehr vor, die Augen vor der Barbarei zu verschließen und nur ihren eigenen Vorteil im Blick zu behalten. Knopp und seinen Koautoren gelingt es auf gut lesbare Art und Weise, diese Gemeinsamkeit in der Lebensgeschichte aller Nazi-Helferinnen herauszustellen. Die Porträts selbst sind lebendig geschrieben und stellen die sechs Porträtierten in den Zeitkontext. Eine wissenschaftliche Studie ist das Buch, genau wie die anderen, zumeist auf Fernsehserien basierenden Bücher Knopps, nicht. Geschichte einem breiten Publikum näher zu bringen, ist aber sicherlich nicht die schlechteste Motivation, Bücher zu schreiben.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.312 Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Guido Knopp (Hrsg.): Hitlers Frauen und Marlene. München: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13947-hitlers-frauen-und-marlene_16717, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 16717 Rezension drucken
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