/ 11.06.2013
Erika Rosenberg (Hrsg.)
Ich, Oskar Schindler. Die persönlichen Aufzeichnungen, Briefe und Dokumente. Mit 35 Fotos und zahlreichen faksimilierten Dokumenten
München: Herbig 2000; 448 S.; 25,51 €; ISBN 3-7766-2204-0Hintergrund dieses Buches ist ein Krimi, wie er gelegentlich vorkommt: im Oktober 1999 wurde in Hildesheim, auf dem Dachboden von Schindlers 1984 verstorbener letzten Lebensgefährtin, ein Koffer mit Briefen, Bildern und Dokumenten gefunden. Er muss prall gefüllt gewesen sein, denn dieser Band beruht ausschließlich auf den dortigen Funden. Sie alle stammen aus der Nachkriegszeit und zeugen von den langjährigen und letztlich gescheiterten Versuchen Schindlers, in Deutschland wieder Fuß zu fassen. ...
Erika Rosenberg (Hrsg.)
Ich, Oskar Schindler. Die persönlichen Aufzeichnungen, Briefe und Dokumente. Mit 35 Fotos und zahlreichen faksimilierten Dokumenten
München: Herbig 2000; 448 S.; 25,51 €; ISBN 3-7766-2204-0Hintergrund dieses Buches ist ein Krimi, wie er gelegentlich vorkommt: im Oktober 1999 wurde in Hildesheim, auf dem Dachboden von Schindlers 1984 verstorbener letzten Lebensgefährtin, ein Koffer mit Briefen, Bildern und Dokumenten gefunden. Er muss prall gefüllt gewesen sein, denn dieser Band beruht ausschließlich auf den dortigen Funden. Sie alle stammen aus der Nachkriegszeit und zeugen von den langjährigen und letztlich gescheiterten Versuchen Schindlers, in Deutschland wieder Fuß zu fassen. Aus ihnen spricht Optimismus und Verbitterung, Dankbarkeit gegenüber seinen jüdischen und nichtjüdischen Freunden sowie wachsender Unmut gegenüber der nicht geringen Zahl von Menschen, die seine Leistungen im Krieg nicht anerkennen oder sogar beflecken wollen. Auszeichnungen für Schindler gibt es genug, aber materiell sind seine Bedingungen prekär, zumal angesichts notwendiger teurer Behandlungen seiner angegriffenen Gesundheit. Auch wenn Schindler noch bis 1974 lebt, sind die Kriegsjahre zentral für sein Leben und sein Selbstverständnis, und so kreist alles in diesem Band um "Schindlers Liste". Die Herausgeberin ist Journalistin; man wird also keine kritische und wissenschaftlichen Standards genügende Edition erwarten dürfen. Die bekommt man auch nicht, und die äußere Form mancher Fußnote, die nicht immer geordnete Abfolge der wiedergegebenen Dokumente und ganz generell die Unwissenschaftlichkeit des gesamten Buches kann einen Leser vom Fach schon stören. Gleichwohl, die Quellen bieten einen Einblick, der nur hier zu haben ist.
Inhalt: Erika Rosenberg: Statt eines Vorworts: Wie ich Emilie Schindler kennen lernte. Die Geschichte des Koffers: 1. Die Kriegsjahre; 2. Zwischenhoch und Tiefs; 3. Wie man mit Schindler umging; Der Martin-Buber-Friedenspreis. Ein Exkurs; 4. Schindler und seine Freunde; 5. Schindler und seine Frau Emilie; 6. Krankheiten und früher Tod; 7. Der Schindler-Film; Anhang: Oskar Schindler: Mein Lebenslauf.
Michael Dreyer (MD)
Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 2.3 | 2.312
Empfohlene Zitierweise: Michael Dreyer, Rezension zu: Erika Rosenberg (Hrsg.): Ich, Oskar Schindler. München: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13053-ich-oskar-schindler_15641, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 15641
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Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
CC-BY-NC-SA