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/ 12.06.2013
Georg Vobruba

Integration + Erweiterung. Europa im Globalisierungsdilemma

Wien: Passagen Verlag 2001 (Passagen Gesellschaft); 195 S.; brosch., 22,- €; ISBN 3-85165-469-2
Der Autor setzt die Prozesse der europäischen Integration, der EU-Osterweiterung und der Globalisierung untereinander in Beziehung. Es handele sich bei der Integration Europas weniger um ein ökonomisches als vielmehr ein politisches Vorhaben. Seine These lautet: "Der europäische Wohlfahrtsstaat ist Voraussetzung der erfolgreichen Entwicklung Europas in der Globalisierung, gerät aber durch die Globalisierung in Schwierigkeiten" (11). Die Notwendigkeit einer sozialstaatlichen Flankierung der Globa...
Georg Vobruba

Integration + Erweiterung. Europa im Globalisierungsdilemma

Wien: Passagen Verlag 2001 (Passagen Gesellschaft); 195 S.; brosch., 22,- €; ISBN 3-85165-469-2
Der Autor setzt die Prozesse der europäischen Integration, der EU-Osterweiterung und der Globalisierung untereinander in Beziehung. Es handele sich bei der Integration Europas weniger um ein ökonomisches als vielmehr ein politisches Vorhaben. Seine These lautet: "Der europäische Wohlfahrtsstaat ist Voraussetzung der erfolgreichen Entwicklung Europas in der Globalisierung, gerät aber durch die Globalisierung in Schwierigkeiten" (11). Die Notwendigkeit einer sozialstaatlichen Flankierung der Globalisierung und die Verunsicherung der nationalen Wohlfahrtsstaaten gegenüber dieser Entwicklung stehen nach Auffassung des Autors in einem Spannungsverhältnis. Die Suche nach Lösungsmöglichkeiten für dieses "Globalisierungsdilemma" bildet den ersten Teil der Untersuchung. Nach einem Vergleich des Sozialmodells der USA mit dem der EU kommt Vobruba zu dem Ergebnis, dass sich in Europa "wirtschaftliche Leistungssteigerungen und Verbesserungen der Lebensqualität eher simultan erzielen" (90) lassen. In den USA stehe die Bedeutung der ökonomischen Leistungsfähigkeit einseitig im Vordergrund. Der zweite Teil der Studie widmet sich der Dynamik der europäischen Integration und Erweiterung gen Osten. Beide Aspekte seien zugleich Produkte des Globalisierungsprozesses und Ausdruck des Versuches, diesen für Europa politisch steuerbar zu machen. Vobruba ist der Überzeugung, dass sich in ihrer Folge "das Muster konzentrischer Kreise künftig in Binnendifferenzierungen" (163) innerhalb der EU umsetzen werde. Um die negativen Folgen dieser Entwicklung möglichst gering zu halten, plädiert Vobruba für eine zügige Anpassung der Sozial- und Wirtschaftspolitik der EU und ihrer Mitgliedstaaten an den durch die Erweiterung beförderten Strukturwandel.
Stefan Gänzle (GÄ)
Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 3.13.64.4 Empfohlene Zitierweise: Stefan Gänzle, Rezension zu: Georg Vobruba: Integration + Erweiterung. Wien: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14133-integration--erweiterung_17179, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 17179 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA