/ 12.06.2013
Manuel Castells
Jahrtausendwende. Teil 3 der Trilogie Das Informationszeitalter. Übersetzt von Reinhart Kößler
Opladen: Leske + Budrich 2003; XVI, 466 S.; geb., 34,90 €; ISBN 3-8100-3225-5Im dritten Band seiner groß angelegten Studie über das Informationszeitalter setzt sich Castells, nachdem er zuvor die Ausbildung der Netzwerkgesellschaft (Band 1, siehe ZPol 1/03: 184 f.) sowie die neue Rolle von Identitätspolitiken (Band 2, siehe ZPol 2/03: 745 f.) behandelt hat, mit zentralen makrosozialen Trends auseinander, die die Genese der „neuen Welt" charakterisieren (386 f.). Drei der von ihm analysierten Strukturprozesse weisen eine regionale Ausrichtung auf. Der einleitend beschrieb...
Manuel Castells
Jahrtausendwende. Teil 3 der Trilogie Das Informationszeitalter. Übersetzt von Reinhart Kößler
Opladen: Leske + Budrich 2003; XVI, 466 S.; geb., 34,90 €; ISBN 3-8100-3225-5Im dritten Band seiner groß angelegten Studie über das Informationszeitalter setzt sich Castells, nachdem er zuvor die Ausbildung der Netzwerkgesellschaft (Band 1, siehe ZPol 1/03: 184 f.) sowie die neue Rolle von Identitätspolitiken (Band 2, siehe ZPol 2/03: 745 f.) behandelt hat, mit zentralen makrosozialen Trends auseinander, die die Genese der „neuen Welt" charakterisieren (386 f.). Drei der von ihm analysierten Strukturprozesse weisen eine regionale Ausrichtung auf. Der einleitend beschriebene Niedergang des Sowjetkommunismus dient als Beleg der Unfähigkeit des Etatismus, sich auf die Anforderungen des Informationszeitalters einzustellen. In der Entwicklung der asiatischen Pazifikregion kündigt sich für Castells der Niedergang der (industriekapitalistisch geprägten) westlichen Vorherrschaft an. Den (noch offenen) europäischen Integrationsprozess schließlich interpretiert er vorsichtig als Herausbildung eines „Netzwerkstaates" (355 ff.). Prägnanter jedoch für Castells Bemühungen, die Dynamik des neuen, „fieseren Kapitalismus" (2) zu identifizieren, sind seine Analysen der strukturellen sozialen Bruchlinien des globalen Transformationsprozesses. Dazu zählen einerseits die sich ausbreitenden Phänomene sozialer Exklusion - der „schwarzen Löcher des informationellen Kapitalismus" (170 f.) - wie die endemische Verarmung Afrikas oder die innerstädtischen Ghettos amerikanischer Metropolen. Andererseits gilt das für die „perversen Kopplungen" an den Rändern des globalen Kapitalismus in Gestalt der organisierten, weltweit operierenden Kriminalität (175 ff.).
Inhaltsübersicht: 1. Die Krise des industriellen Etatismus und der Zusammenbruch der Sowjetunion; 2. Die Entstehung der Vierten Welt: Informationeller Kapitalismus, Armut und soziale Exklusion; 3. Die perverse Koppelung: Die globale kriminelle Ökonomie; 4. Entwicklung und Krise in der asiatischen Pazifikregion: Globalisierung und Staat; 5. Die Vereinigung Europas: Globalisierung, Identität und der Netzwerkstaat; Schluss: Unsere Welt verstehen.
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.2 | 4.43 | 2.68 | 4.44 | 3.1 | 2.67 | 2.62 | 2.23
Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Manuel Castells: Jahrtausendwende. Opladen: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14142-jahrtausendwende_17783, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 17783
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
CC-BY-NC-SA