/ 11.06.2013
Thomas Lackmann
Jewrassic Park. Wie baut man (k)ein Jüdisches Museum in Berlin
Berlin/Wien: Philo Verlagsgesellschaft 2000; 248 S.; kart., 17,50 €; ISBN 3-8257-0178-6Als Provinzposse, als "philosemitische[n] Nachkriegssalto" (131) bezeichnet Lackmann, Theologe und Feuilletonredakteur beim Tagesspiegel in Berlin, die über zehnjährige Vorgeschichte des Jüdischen Museums an der Kreuzberger Lindenstraße. Er beginnt mit einem fiktiven Theaterstück, das in Ost- und West-Berlin zwischen 1984 und 1999 spielt und den Titel trägt "Der Mörder ist immer der Gärtner. Eine deutsche Museumsgroteske zwischen Wendetrauma und Mahnmal-Desaster". Den Inhalt der einzelnen Akte f...
Thomas Lackmann
Jewrassic Park. Wie baut man (k)ein Jüdisches Museum in Berlin
Berlin/Wien: Philo Verlagsgesellschaft 2000; 248 S.; kart., 17,50 €; ISBN 3-8257-0178-6Als Provinzposse, als "philosemitische[n] Nachkriegssalto" (131) bezeichnet Lackmann, Theologe und Feuilletonredakteur beim Tagesspiegel in Berlin, die über zehnjährige Vorgeschichte des Jüdischen Museums an der Kreuzberger Lindenstraße. Er beginnt mit einem fiktiven Theaterstück, das in Ost- und West-Berlin zwischen 1984 und 1999 spielt und den Titel trägt "Der Mörder ist immer der Gärtner. Eine deutsche Museumsgroteske zwischen Wendetrauma und Mahnmal-Desaster". Den Inhalt der einzelnen Akte fasst er im Stile eines Programmheftes zusammen und listet die Mitspieler auf, zu denen Gerhard Schröder, Michael Naumann, Eberhard Diepgen und viele weitere zählen. Daran schließt sich die provokante Frage an, ob es sich hier um eine Komödie, einen Krimi oder ein Mysterienspiel handelt. In den Folgekapiteln beleuchtet und bewertet der Autor die Geschichte des Museums im Lichte der "verdrucksten deutsch-jüdischen Beziehungen" (Buchrücken) und setzt sich mit den zahlreich präsentierten Konzepten auseinander. Die Darstellung wird mit einem mit "Jewrassic Park" betitelten Kapitel beschlossen, in dem er "Acht Thesen für ein Jüdisches Museum in Berlin" formuliert, die das Museum in seinen verschiedenen Funktionen unter anderem als Geschichtsmuseum, Berlinweltmuseum, Gegenwartsmuseum, Museum der Identitäten oder als Heimatmuseum vorstellen. Ergänzt wird das Buch durch eine Dokumentation sowie eine Zeittafel.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.35 | 2.325
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Thomas Lackmann: Jewrassic Park. Berlin/Wien: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13124-jewrassic-park_15724, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 15724
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