/ 11.06.2013
Gerd Irrlitz
Kant-Handbuch. Leben und Werk
Stuttgart/Weimar: Verlag J. B. Metzler 2002; XXIX, 526 S.; geb., 49,90 €; ISBN 3-476-01234-4Das Handbuch tritt ebenso resolut wie bescheiden auf. Ziel ist es, "ins Verständnis der Kantschen Theorie einzuführen" (XXVII). Damit verfolgt Irrlitz aber auch die Absicht, das auf äußerste rationale Strenge gegründete Denken Kants gegen den Zynismus einer Kritik zu verteidigen, die alles Wichtige über Kant für inzwischen gesagt hält und dabei doch allzu oft nur allzu leichtfertig über die grundlegenden Problemstellungen seines Denkens hinweggeht. Die Geschichte der Kant-Interpretation ist für ...
Gerd Irrlitz
Kant-Handbuch. Leben und Werk
Stuttgart/Weimar: Verlag J. B. Metzler 2002; XXIX, 526 S.; geb., 49,90 €; ISBN 3-476-01234-4Das Handbuch tritt ebenso resolut wie bescheiden auf. Ziel ist es, "ins Verständnis der Kantschen Theorie einzuführen" (XXVII). Damit verfolgt Irrlitz aber auch die Absicht, das auf äußerste rationale Strenge gegründete Denken Kants gegen den Zynismus einer Kritik zu verteidigen, die alles Wichtige über Kant für inzwischen gesagt hält und dabei doch allzu oft nur allzu leichtfertig über die grundlegenden Problemstellungen seines Denkens hinweggeht. Die Geschichte der Kant-Interpretation ist für Irrlitz noch immer nicht abgeschlossen, deren Darstellung will er mit seinem Band allerdings nicht leisten. Die umfangreichen Besprechungen der Werke Kants, die hier in der chronologischen Reihenfolge ihres Erscheinens geordnet wurden, fokussieren stattdessen jeweils scharf auf die Nachzeichnung einzelner zentraler Gedankengänge, in deren Zusammenschau dann die Kant'sche Theorie insgesamt als eine Einheit verständlich werden soll. Die Kapitel arbeiten mit der feinen Ziselierung inhaltlicher wie struktureller Strenge den Kern der kantischen Philosophie jeweils auf eine Weise heraus, die dem Leser nicht nur einen überaus klaren, sondern ebenso einen raschen und gezielten Einstieg in deren jeweils interessierende Aspekte ermöglicht. Abschnittweise, also bis hinab etwa zu einzelnen Konzepten, Denkfiguren oder Zusammenhängen, wird der Leser reichhaltig mit Hinweisen auf weiterführende Literatur versorgt. Eine Zeittafel sowie ein Namens- und ein Sachregister am Ende runden den Band ebenso ab wie die Einleitung und die biografisch-philosophiegeschichtliche Verortung Kants, die - ihrerseits bereits von hoher inhaltlicher Dichte - dem Hauptteil vorangestellt sind.
Thomas Nitzsche (TN)
M. A., Fachreferent für Politikwissenschaft, Soziologie und Wirtschaftswissenschaft an der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek in Jena (ThULB).
Rubrizierung: 5.33
Empfohlene Zitierweise: Thomas Nitzsche, Rezension zu: Gerd Irrlitz: Kant-Handbuch. Stuttgart/Weimar: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/12248-kant-handbuch_14624, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 14624
Rezension drucken
M. A., Fachreferent für Politikwissenschaft, Soziologie und Wirtschaftswissenschaft an der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek in Jena (ThULB).
CC-BY-NC-SA