/ 11.06.2013
Kotaro Oshige
Konvergenz der Interessenvertretungen durch Globalisierung? Ein Vergleich der Funktionsmechanismen der Arbeitnehmerinteressenvertretungssysteme in Deutschland und Japan am Beispiel der Elektroindustrie
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 1999 (Arbeit - Technik - Organisation - Soziales 8); 225 S.; ISBN 3-631-35580-7Diss. Osnabrück; Gutachter: G. Széll. - Die Interessenvertretungen der Arbeitnehmer haben sich unter dem Einfluss von Globalisierungsprozessen in den letzten beiden Jahrzehnten verändert. Führt dies zu einer Annäherung der Systeme oder entwickeln sich diese immer weiter auseinander? In den westlichen Ländern ließ sich - wenn auch in unterschiedlicher Intensität und Ausprägung - eine Dezentralisierung, d. h. eine Verlagerung von branchen- oder regionenübergreifenden Funktionen auf die Ebene des e...
Kotaro Oshige
Konvergenz der Interessenvertretungen durch Globalisierung? Ein Vergleich der Funktionsmechanismen der Arbeitnehmerinteressenvertretungssysteme in Deutschland und Japan am Beispiel der Elektroindustrie
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 1999 (Arbeit - Technik - Organisation - Soziales 8); 225 S.; brosch., 69,- DM; ISBN 3-631-35580-7Diss. Osnabrück; Gutachter: G. Széll. - Die Interessenvertretungen der Arbeitnehmer haben sich unter dem Einfluss von Globalisierungsprozessen in den letzten beiden Jahrzehnten verändert. Führt dies zu einer Annäherung der Systeme oder entwickeln sich diese immer weiter auseinander? In den westlichen Ländern ließ sich - wenn auch in unterschiedlicher Intensität und Ausprägung - eine Dezentralisierung, d. h. eine Verlagerung von branchen- oder regionenübergreifenden Funktionen auf die Ebene des einzelnen Unternehmens feststellen. Dieser Prozess, den der erste Teil der Untersuchung exemplarisch an Unternehmen der Elektroindustrie nachzeichnet, sei in Deutschland trotz der damit verbundenen Schwierigkeiten zwar kontrolliert verlaufen, könnte jedoch durch den Einfluss von Faktoren wie beispielsweise eine hohe Arbeitslosigkeit in einen unkontrollierten umkippen. Grundlage für diesen Teil der Untersuchung bildeten leitfadengestützte Interviews, die der Autor mit Vertretern der Unternehmensführung sowie des Betriebsrates führte.
Der zweite Teil betrachtet - allerdings auf der Grundlage von Literaturauswertung - die Situation in Japan. Hier dominierte schon immer eine auf Unternehmensebene organisierte Form der betrieblichen Interessenvertretung; überbetrieblich agierende Gewerkschaften gibt es in Japan praktisch nicht. Doch auch in Japan sind Änderungen zu verzeichnen; zu nennen ist hier insbesondere ein deutlicher Bedeutungs- und Einflussverlust der Arbeitnehmervertretungen bei gleichzeitiger Lockerung vorheriger Sicherungs- und Leistungsstandards. Der Vergleich der Entwicklungen zeige, dass sich zwar in einer gewissen Hinsicht von Konvergenz sprechen lässt, doch werden die Prozesse "je nach den institutionellen Konstellationen von unterschiedlichen Nebeneffekten begleitet und finden daher in unterschiedlichen Formen und mit unterschiedlicher Geschwindigkeit statt" (201).
Inhaltsübersicht: II. Globalisierung und Interessenvertretung - theoretische Überlegungen; III. Interessenvertretung in Deutschland; IV. Interessenvertretung in Japan.
Silke Becker (Be)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.22 | 2.68 | 2.331 | 2.2
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Kotaro Oshige: Konvergenz der Interessenvertretungen durch Globalisierung? Frankfurt a. M. u. a.: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/12521-konvergenz-der-interessenvertretungen-durch-globalisierung_14974, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 14974
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
CC-BY-NC-SA