/ 11.06.2013
Joachim Krause (Hrsg.)
Kosovo. Humanitäre Intervention und kooperative Sicherheit in Europa
Opladen: Leske + Budrich 2000; 227 S.; ISBN 3-8100-2877-0Die Beiträge entspringen Diskussionen und Veranstaltungen, die während der Kosovo-Krise und danach am Forschungsinstitut der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik in Berlin stattfanden; sie "reflektieren die Einbindung wissenschaftlicher, administrativer und technischer Analyse in die Arbeit des Forschungsinstituts" (9). Im Zentrum stehen folgende Fragen: Welche Lehren sind aus den politischen und militärischen Entwicklungen zu ziehen? Welche Rückwirkungen hatte der Konflikt auf bestimmt...
Joachim Krause (Hrsg.)
Kosovo. Humanitäre Intervention und kooperative Sicherheit in Europa
Opladen: Leske + Budrich 2000; 227 S.; kart., 44,- DM; ISBN 3-8100-2877-0Die Beiträge entspringen Diskussionen und Veranstaltungen, die während der Kosovo-Krise und danach am Forschungsinstitut der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik in Berlin stattfanden; sie "reflektieren die Einbindung wissenschaftlicher, administrativer und technischer Analyse in die Arbeit des Forschungsinstituts" (9). Im Zentrum stehen folgende Fragen: Welche Lehren sind aus den politischen und militärischen Entwicklungen zu ziehen? Welche Rückwirkungen hatte der Konflikt auf bestimmte Schlüsselländer? Welche Perspektiven ergeben sich für den Kosovo? Ein Beitrag, der sich kritisch mit der problematischen (völker-)rechtlichen Seite, mit der Legitimation des (Angriffs-?)Krieges auseinandersetzt und nach den Implikationen für UN-gestützte Friedenssicherungssysteme fragt, findet sich in dem Buch interessanterweise nicht, und die Ankündigung auf der letzten Umschlagseite, wonach ein Schwerpunkt des Buches die Diskussion der Frage sei, "ob es angesichts der politischen Umstände Alternativen gab" - die Gretchenfrage schlechthin -, bedarf schon einer großzügigen Auslegung. Mehr Aufmerksamkeit wird da eher den militärischen "Leistungen" gezollt und die "schmerzhaft" offenbar gewordene Abhängigkeit der Europäer von den Amerikanern, solche Einsätze zu leisten, bedauert - so Pfoh (67), und Rieks / Weigold (49). Letztere kommen in ihrer militärpolitischen Auswertung zu dem Ergebnis, dass das Vorgehen der internationalen Gemeinschaft erfolgreich war, weil "die humanitäre Katastrophe [eingedämmt] und letztlich behoben werden" konnte, Milosevic eingelenkt hat und "[e]ine Destabilisierung der gesamten Region [...] vermieden werden" (52) konnte.
Inhalt: I. Die Bewertung des Kosovo-Konflikts von 1998/99: Ansgar Rieks / Dieter Weigold: Der Kosovo-Konflikt - eine militärpolitische Auswertung (13-53); Bernhard Pfoh: Eine Bilanz des Luftkriegs der NATO gegen Jugoslawien (55-88); Lucas Haynes: Die humanitäre Dimension der Kosovo-Krise: Wie effektiv reagierte die Völkergemeinschaft? (89-101); Joachim Krause: Die deutsche Politik in der Kosovo-Krise (103-119). II. Lehren und Schlußfolgerungen: Andrew Denison: Die Vereinigten Staaten und die Lehren aus der Luftkrieg-Operation "Allied Force" (123-146); Ekaterina Stepanova: Russlands Politik in der Kosovo-Krise: Die Grenzen der "Partnerschaft für den Frieden" (147-166). III. Perspektiven: Eric A. Witte: Der Wiederaufbau des Kosovo: die ethnische Dimension (169-184); Johannes Varwick: Die EU nach dem Kosovo-Krieg: Ein überforderter Stabilitätsanker? (185-200).
Detlef Lemke (Le)
Dipl.-Politologe.
Rubrizierung: 4.41 | 4.21 | 4.22 | 4.3 | 2.62 | 2.64 | 3.1
Empfohlene Zitierweise: Detlef Lemke, Rezension zu: Joachim Krause (Hrsg.): Kosovo. Opladen: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/12779-kosovo_15306, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 15306
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Dipl.-Politologe.
CC-BY-NC-SA