/ 12.06.2013
Christian Flatz
Kultur als neues Weltordnungsmodell oder die Kontigenz der Kulturen
Hamburg: Lit 1999 (Politikwissenschaft 59); 142 S.; brosch., 15,24 €; ISBN 3-8258-4257-6Nicht im strengen Sinne als Dekonstruktion des Kulturbegriffs, aber doch mit einigen Anleihen bei Derrida unternimmt der Autor den Versuch, den "Begriff der Kulturen einem Denken zugänglich zu machen, das man als post-religiös und post-metaphysisch bezeichnen könnte" (26). In dieser Absicht befasst sich Flatz zunächst - mit Blick auf Modelle, die im Kontext internationaler Politik Bedeutung haben - kritisch mit Texten von Huntington, Tibi, Küng und Galtung (29 ff.), denen er eine ideologische "V...
Christian Flatz
Kultur als neues Weltordnungsmodell oder die Kontigenz der Kulturen
Hamburg: Lit 1999 (Politikwissenschaft 59); 142 S.; brosch., 15,24 €; ISBN 3-8258-4257-6Nicht im strengen Sinne als Dekonstruktion des Kulturbegriffs, aber doch mit einigen Anleihen bei Derrida unternimmt der Autor den Versuch, den "Begriff der Kulturen einem Denken zugänglich zu machen, das man als post-religiös und post-metaphysisch bezeichnen könnte" (26). In dieser Absicht befasst sich Flatz zunächst - mit Blick auf Modelle, die im Kontext internationaler Politik Bedeutung haben - kritisch mit Texten von Huntington, Tibi, Küng und Galtung (29 ff.), denen er eine ideologische "Verdeckung historischer, politischer und sozialer Verhältnisse" vorhält (58). Anschließend unternimmt der Autor eine Genealogie des Kulturbegriffs (60 ff.), die teils bestimmte Ansätze (cultural anthropology [70 ff.]), teils spezifische Debatten (Ethnopluralismus/Multikulturalismus [95 ff]; Differenz und Anerkennung [102 ff.]) behandelt. Perspektivisch votiert er für "Kultur" als Differenzbegriff, dem es - jenseits schematischer Ordnungsleistungen - um die "Anerkennung der Ambivalenz" geht (131).
Inhalt: 2. Wissenschaft und Wahrheit; 3. Das ordnende Denken: 3.1 "The Velvet Curtain of culture"; 3.2 "Der Krieg der Zivilisationen"; 3.3 "Kein Überleben ohne Weltethos"; 3.4 "Die Neue intellektuelle Weltordnung"; 3.5 "The Invention of Traditions". 4. Genealogie eines Begriffs; 5. Die Wissenschaft von den Kulturen; 6. Stamm, Volk, Nation, Ethnie, Rasse; 7. Recht auf Differenz oder Multikulti; 8. Anerkennung und die Kontingenz der Kulturen: 8.1 "Moderne" und Ordnung; 8.2 Fremd-Sein; 8.3 Der Begriff der Anerkennung.
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 5.42 | 4.1
Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Christian Flatz: Kultur als neues Weltordnungsmodell oder die Kontigenz der Kulturen Hamburg: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13547-kultur-als-neues-weltordnungsmodell-oder-die-kontigenz-der-kulturen_16230, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 16230
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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