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/ 12.06.2013
Robert Service

Lenin. Eine Biographie. Aus dem Englischen von Holger Fliessbach

München: C. H. Beck 2000; 680 S.; Ln., 35,02 €; ISBN 3-406-46641-9
Von Lenin beziehungsweise Vladimir Iljitsch Uljanov, nach Aussage des Klappentextes "größter Revolutionär seiner Epoche", versucht der Autor mit seiner Biographie ein Bild zu entwerfen, "das die öffentlichen und die privaten Aspekte zusammenbringt" (10). Er hat dabei nach eigenem Bekunden von der erstmaligen Öffnung der Moskauer Archive profitiert, um bislang unzugängliche Quellen auszuwerten und geläufige Vorstellungen in vielen Einzelheiten zu korrigieren. Der Band ist in vier Teile gegliedert...
Robert Service

Lenin. Eine Biographie. Aus dem Englischen von Holger Fliessbach

München: C. H. Beck 2000; 680 S.; Ln., 35,02 €; ISBN 3-406-46641-9
Von Lenin beziehungsweise Vladimir Iljitsch Uljanov, nach Aussage des Klappentextes "größter Revolutionär seiner Epoche", versucht der Autor mit seiner Biographie ein Bild zu entwerfen, "das die öffentlichen und die privaten Aspekte zusammenbringt" (10). Er hat dabei nach eigenem Bekunden von der erstmaligen Öffnung der Moskauer Archive profitiert, um bislang unzugängliche Quellen auszuwerten und geläufige Vorstellungen in vielen Einzelheiten zu korrigieren. Der Band ist in vier Teile gegliedert - "Ein Rebell wird gemacht" (1870-1900), "Lenin und die Partei" (1900-1916), "Machtergreifung" (1917/18) und "Verteidigung der Revolution" (1918-1924) - und übernimmt darin die übliche Periodisierung. Ausführlich dargestellt werden Lenins Kindheit sowie seine Familie und Erziehung, später auch Ehe, Lebensstil und Gewohnheiten; hier folgt der Autor seiner erklärten Absicht, Aspekte der Privatperson anschaulich werden zu lassen. Beginnend mit Lenins Ausreise aus dem zaristischen Russland im Jahr 1900 dominieren dann aber die Daten und Schauplätze seiner politischen Tätigkeit, die Gliederung und Perspektive der Lebensbeschreibung. Der Schwerpunkt liegt hier zunächst auf der Darstellung von Lenin als politischem Führer und Denker, der aus dem Exil heraus mit Konsequenz und mitunter rücksichtslos gegen einstige Weggefährten die Organisation der Kommunistischen Partei als bedeutendste revolutionäre Kraft betreibt. Die Laufbahn des Revolutionsführers ab dem Frühjahr 1917 nimmt der Autor dann zum Anlass, politische Ereignisse und Erscheinungen wie die Oktoberrevolution, den Einparteienstaat, die Neue Ökonomische Politik, die Errichtung der kommunistischen Diktatur und die internationalen Konflikte der 20er-Jahre aus dieser Perspektive eingehend zu beleuchten und den Anteil Lenins an diesen Entwicklungen kritisch zu bewerten.
Michael Hein (HN)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Arbeitsstelle für graphische Literatur, Universität Hamburg, freier Lektor, Übersetzer, Publizist.
Rubrizierung: 2.12.622.25 Empfohlene Zitierweise: Michael Hein, Rezension zu: Robert Service: Lenin. München: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14080-lenin_16868, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 16868 Rezension drucken
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