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/ 11.06.2013
Mary Kaldor

Neue und alte Kriege. Organisierte Gewalt im Zeitalter der Globalisierung. Aus dem Englischen von Michael Adrian

Frankfurt a. M.: Suhrkamp 2000 (Edition Zweite Moderne); 279 S.; kart., 19,43 €; ISBN 3-518-41131-4
Das Kriegsbild unterliegt seit einigen Jahren einem fundamentalen Wandel. An die Stelle des zwischenstaatlichen Krieges trat und tritt zunehmend ein neuartiger Kriegstyp, der sich wiederum ganz verschiedenartig darstellt und sowohl öffentliche und private, inner- oder zwischengesellschaftliche, internationale und nationale als auch regionale und lokale Kriegsparteien als Akteure umfasst. Dieser Kriegstypus verbindet miteinander Momente des klassischen Krieges, des Bürgerkrieges, des organisierte...
Mary Kaldor

Neue und alte Kriege. Organisierte Gewalt im Zeitalter der Globalisierung. Aus dem Englischen von Michael Adrian

Frankfurt a. M.: Suhrkamp 2000 (Edition Zweite Moderne); 279 S.; kart., 19,43 €; ISBN 3-518-41131-4
Das Kriegsbild unterliegt seit einigen Jahren einem fundamentalen Wandel. An die Stelle des zwischenstaatlichen Krieges trat und tritt zunehmend ein neuartiger Kriegstyp, der sich wiederum ganz verschiedenartig darstellt und sowohl öffentliche und private, inner- oder zwischengesellschaftliche, internationale und nationale als auch regionale und lokale Kriegsparteien als Akteure umfasst. Dieser Kriegstypus verbindet miteinander Momente des klassischen Krieges, des Bürgerkrieges, des organisierten Verbrechens und der weitreichenden Verletzung der Menschenrechte. Er ist zugleich gekennzeichnet durch die tendenzielle Privatisierung der Gewaltanwendung. Kaldor fasst Merkmale zusammen und bildet Kategorien, die die "neuen Kriege" von den "alten Kriegen" unterscheiden und analysiert am Beispiel des Krieges in Bosnien-Herzegowina die praktische Tragfähigkeit ihres Ansatzes. Ein weiteres Augenmerk richtet sie auf die politischen und rüstungsökonomischen Aspekte sowie die Möglichkeit der Konfliktsteuerung und Konfliktbewältigung der neuen Kriege. Zwar ist der Autorin in der Analyse der Gründe, die zu dem Scheitern der bisherigen Versuche, von Außen in die "neuen Kriege" einzugreifen, weitgehend zuzustimmen, ihre Rezepte zur Eindämmung der neuen Kriege, die sie unter dem Schlagwort "kosmopolitische Alternative" präsentiert, erscheinen allerdings mitunter recht illusionär. Kaldors Buch, das 1999 unter dem englischen Originaltitel "New and Old Wars" erschienen ist, liefert gleichwohl einen wichtigen und fundierten Beitrag zur sozialwissenschaftlichen Kriegsforschung.
Johannes Varwick (JV)
Prof. Dr., Institut für Politische Wissenschaft, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.
Rubrizierung: 4.412.62 Empfohlene Zitierweise: Johannes Varwick, Rezension zu: Mary Kaldor: Neue und alte Kriege. Frankfurt a. M.: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/12218-neue-und-alte-kriege_14587, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 14587 Rezension drucken
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