/ 11.06.2013
Klaus Staeck
Ohne Auftrag. Unterwegs in Sachen Kunst und Politik
Göttingen: Steidl 2000; 287 S.; ISBN 3-88243-739-1"Ich verdanke Bitterfeld viel und habe meine frühen Erfahrungen bis heute bewahrt [...]: Widerspruchsgeist, Kritikfähigkeit im Dauereinsatz gegen Ungerechtigkeit und alle Formen von Heuchelei." (36) Dies ist das Resümee, das Staeck aus seiner Kindheit und Jugend in der DDR zieht, die er 1956 im Alter von 18 Jahren verließ. Über Jurastudium und erste Tätigkeit als freier Künstler fand Staeck zu der Ausdrucksform, die ihn bekannt werden ließ: zum beliebig häufig reproduzierbaren Plakat, das sich m...
Klaus Staeck
Ohne Auftrag. Unterwegs in Sachen Kunst und Politik
Göttingen: Steidl 2000; 287 S.; Ln., 49,80 DM; ISBN 3-88243-739-1"Ich verdanke Bitterfeld viel und habe meine frühen Erfahrungen bis heute bewahrt [...]: Widerspruchsgeist, Kritikfähigkeit im Dauereinsatz gegen Ungerechtigkeit und alle Formen von Heuchelei." (36) Dies ist das Resümee, das Staeck aus seiner Kindheit und Jugend in der DDR zieht, die er 1956 im Alter von 18 Jahren verließ. Über Jurastudium und erste Tätigkeit als freier Künstler fand Staeck zu der Ausdrucksform, die ihn bekannt werden ließ: zum beliebig häufig reproduzierbaren Plakat, das sich mit gesellschaftlichen und politischen Themen kritisch auseinandersetzt. Die zahlreichen Aktionen, die der Künstler in diesem Band vorstellt, die hier abgedruckten Plakate und die Reaktionen darauf ergeben so eine ganz eigene Geschichte der Bundesrepublik. Staeck hat sich immer wieder - meist ohne Auftrag - mit seinen eigenwilligen Plakaten auch an Wahlkämpfen beteiligt. "Einmischung" ist das Motto, unter das die vielfältigen Aktivitäten Staecks an der Schnittstelle zwischen Kunst und Politik zu stellen sind. Diese ist für Staeck "notwendiger denn je, sollen nicht endgültig alle wichtigen Entscheidungen über das Zusammenleben der Menschen an eine Wirtschaft abgegeben werden, die neuerlich immer unverhohlener mit der Globalisierungskeule droht" (181).
Inhaltsübersicht: Wie alles anfing; Die ersten Plakatanschläge; Ausbruch aus dem Kunstghetto; Mobile Ausstellungen; Die Konflikte haben nie aufgehört; Im Namen des Volkes; Die Kasse muß stimmen - und wer bezahlt das alles?; Die Kunst zu Markte tragen; Die Ost-West-Ost-Connection; Im Niemandsland zwischen Kunst und Politik; Die Aktion für mehr Demokratie; Die Wirklichkeit ist die Satire; Schluß mit lustig.
Julia von Blumenthal (JB)
Prof. Dr., Institut für Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin.
Rubrizierung: 2.333 | 2.3
Empfohlene Zitierweise: Julia von Blumenthal, Rezension zu: Klaus Staeck: Ohne Auftrag. Göttingen: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13059-ohne-auftrag_15648, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 15648
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Prof. Dr., Institut für Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin.
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