/ 12.06.2013
Klaus Peter Japp
Risiko
Bielefeld: transcript Verlag 2000 (Einsichten); 127 S.; ISBN 3-933127-12-2Mit dem Begriff des Risikos wird als spezifische Eigenschaft moderner Gesellschaft der Umstand hervorgehoben, dass soziale Sachverhalte mehr und mehr als entscheidungsabhängig und damit als kontingent erlebt und erkannt werden. Die damit strukturell erzeugte Unsicherheit gilt zumal dann, wenn im Verwendungskontext komplexer Technologien (wie etwa der Energie- oder der Gentechnologie) sowohl die Art möglicher Schäden als auch deren Verursachung sich einer eindeutigen Bestimmung entziehen. Der in ...
Klaus Peter Japp
Risiko
Bielefeld: transcript Verlag 2000 (Einsichten); 127 S.; kart., 22,80 DM; ISBN 3-933127-12-2Mit dem Begriff des Risikos wird als spezifische Eigenschaft moderner Gesellschaft der Umstand hervorgehoben, dass soziale Sachverhalte mehr und mehr als entscheidungsabhängig und damit als kontingent erlebt und erkannt werden. Die damit strukturell erzeugte Unsicherheit gilt zumal dann, wenn im Verwendungskontext komplexer Technologien (wie etwa der Energie- oder der Gentechnologie) sowohl die Art möglicher Schäden als auch deren Verursachung sich einer eindeutigen Bestimmung entziehen. Der in Bielefeld lehrende Autor will in diesem Einführungstext zeigen, "wie soziologische Theorie den Risikobegriff so verarbeiten kann, daß er für das Verständnis der modernen Gesellschaft instruktiv wird" (5). Dazu sei - so die eindeutige "Theorieentscheidung" (97) des Autors - die soziologische Systemtheorie als Referenzrahmen erforderlich. Einleitend erläutert Japp deren Stärken in einer Auseinandersetzung mit der etablierten Risikosoziologie (9 ff.); diese orientiere sich - so der zentrale Einwand - an dem Verhältnis von riskanten Sachverhalten und deren subjektiver Bewertung und nicht an der überlegenen Unterscheidung "zwischen (Risiko-)Kommunikation und (Risiko-)Bewußtsein" (18). Zur Systematisierung der folgenden Risikothematisierung (Beispiele: ökologische Gefährdungshaftung, Funktion von Grenzwerten, Probleme der Partizipation, Umgang mit Aids beziehungsweise BSE) wählt Japp die - ebenfalls von Luhmann stammende - Differenzierung des sozialen Sinns in eine zeitliche (32 ff.), sachliche (50 ff.) und soziale Dimension (65 ff.). Den Band beschließt eine knappe Reflexion der Rationalitätschancen des gesellschaftlichen Umgangs mit ihren - stets selbsterzeugten - Risiken (78 ff.).
Inhalt: Begriffsgeschichte: Risikoversicherung und Versicherungsrisiko; Risikokonzepte und Risikokontexte; Risikowahrnehmung und Risikokommunikation; Rationalität. Zeitdimension: Zukunft: Moderne Zeiten; Zeitbindungen; Lernen. Sachdimension: Komplexität: Temporalisierung; Technologie; Regulierung. Sozialdimension: Dissens: Entscheider und Betroffene; Verständigung; Risikowahrnehmung. Gesellschaft: Beobachter; Zivilgesellschaft; Systemvertrauen.
Thomas Mirbach (Mir)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 5.42 | 2.22
Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Klaus Peter Japp: Risiko Bielefeld: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13246-risiko_15872, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 15872
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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