/ 11.06.2013
Mauro Mantovani
Schweizerische Sicherheitspolitik im Kalten Krieg (1947-1963) Zwischen angelsächsischem Containment und Neutralitäts-Doktrin
Zürich: Orell Füssli 1999; 367 S.; ISBN 3-280-02813-2Die Schweiz lässt sich in der Phase 1947-1963 zwar eindeutig dem "westlichen Lager" zuordnen, sah in dem Konzept der Neutralität gleichwohl eine gute Voraussetzung für die Gewährleistung ihrer Sicherheit. Das Auseinanderklaffen zwischen militärstrategischer Bedeutung im Kriegsfall und der ökonomischen Bedeutung im Frieden ermöglichte es ihr, die Sicherheitspolitik unter dem Neutralitätskonzept fortzusetzen. Die zeitgeschichtliche Studie zeichnet auf der Basis von zahlreichen neu erschlossenen Qu...
Mauro Mantovani
Schweizerische Sicherheitspolitik im Kalten Krieg (1947-1963) Zwischen angelsächsischem Containment und Neutralitäts-Doktrin
Zürich: Orell Füssli 1999; 367 S.; geb., 64,- DM; ISBN 3-280-02813-2Die Schweiz lässt sich in der Phase 1947-1963 zwar eindeutig dem "westlichen Lager" zuordnen, sah in dem Konzept der Neutralität gleichwohl eine gute Voraussetzung für die Gewährleistung ihrer Sicherheit. Das Auseinanderklaffen zwischen militärstrategischer Bedeutung im Kriegsfall und der ökonomischen Bedeutung im Frieden ermöglichte es ihr, die Sicherheitspolitik unter dem Neutralitätskonzept fortzusetzen. Die zeitgeschichtliche Studie zeichnet auf der Basis von zahlreichen neu erschlossenen Quellen nach, wie sich die Schweiz den Ansprüchen der westlichen Alliierten im Zuge des Containment-Konzepts entziehen konnte und welche Vorkehrungen dennoch getroffen wurden, um die Sicherheit zu gewährleisten. Der Autor kommt allerdings zu dem Ergebnis, dass die Neutralität der Schweiz in Hinblick auf die Sicherheit im Extremfall eines Angriffs auf das eigene Territorium eine "short-sighted conception" gewesen und damit der Neutralitätsstatus insgesamt fragwürdig sei.
Inhalt: I. Erwünschte Teilnahme der Schweiz am Marshall-Plan; II. Entbehrliche Mitgliedschaft der Schweiz in Militärallianzen; II. Die Schweiz und die westlichen Handelsembargos gegen den Ostblock; IV. Schweizerische Verteidigungskonzeption im Lichte britischer Wahrnehmung und Beeinflussung; V. Rüstungsexport zwischen sicherheitspolitischen und kommerziellen Überlegungen; VI. Die Schweiz auf dem Weg zur Nuklearmacht?; VII. Die schweizerische Luftraumverteidigung als militärische Hauptsorge nach der Neutralisierung Österreichs; VIII. Unzulängliche Vorbereitungen auf den aviatischen Schulterschluss mit dem Westen; IX. Die Krisenintervention - ein untaugliches Mittel schweizerischer Sicherheitspolitik; X. Transatlantischer Disput um den fortgesetzten Nutzen der schweizerischen Neutralität.
Johannes Varwick (JV)
Prof. Dr., Institut für Politische Wissenschaft, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.
Rubrizierung: 4.22 | 2.5
Empfohlene Zitierweise: Johannes Varwick, Rezension zu: Mauro Mantovani: Schweizerische Sicherheitspolitik im Kalten Krieg (1947-1963) Zürich: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/12665-schweizerische-sicherheitspolitik-im-kalten-krieg-1947-1963_15140, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 15140
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Prof. Dr., Institut für Politische Wissenschaft, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.
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