/ 12.06.2013
Christian Hermann Schmidt
Vorrang der Verfassung und konstitutionelle Monarchie. Eine dogmengeschichtliche Untersuchung zum Problem der Normenhierarchie in den deutschen Staatsordnungen im frühen und mittleren 19. Jahrhundert (1818-1866)
Berlin: Duncker & Humblot 2000 (Schriften zur Verfassungsgeschichte 62); 254 S.; 63,40 €; ISBN 3-428-10068-9Rechtswiss. Diss. Würzburg; Gutachter: H. Dreier, D. Willoweit. - Die Arbeit fragt, unter guter Ausnutzung auch historischer und politikwissenschaftlicher Forschungsergebnisse, inwieweit der normenhierarchische Vorrang der Verfassung vor einfachen Gesetzen und Verordnungen in den deutschen Staaten zur Zeit des Deutschen Bundes bestand und durchgesetzt werden konnte. Schmidt sieht eine strukturelle Verbindung zwischen diesem Vorrang und einer Legitimationsgrundlage in der verfassunggebenden Gewal...
Christian Hermann Schmidt
Vorrang der Verfassung und konstitutionelle Monarchie. Eine dogmengeschichtliche Untersuchung zum Problem der Normenhierarchie in den deutschen Staatsordnungen im frühen und mittleren 19. Jahrhundert (1818-1866)
Berlin: Duncker & Humblot 2000 (Schriften zur Verfassungsgeschichte 62); 254 S.; 63,40 €; ISBN 3-428-10068-9Rechtswiss. Diss. Würzburg; Gutachter: H. Dreier, D. Willoweit. - Die Arbeit fragt, unter guter Ausnutzung auch historischer und politikwissenschaftlicher Forschungsergebnisse, inwieweit der normenhierarchische Vorrang der Verfassung vor einfachen Gesetzen und Verordnungen in den deutschen Staaten zur Zeit des Deutschen Bundes bestand und durchgesetzt werden konnte. Schmidt sieht eine strukturelle Verbindung zwischen diesem Vorrang und einer Legitimationsgrundlage in der verfassunggebenden Gewalt des Volkes, wie sie erstmals in den USA zum Tragen kam. Dieses Element fehlte jedoch im Reiche des monarchischen Prinzips, und so kommt Schmidt zu dem Schluss, dass es trotz einzelner Ansätze (gescheiterte Paulskirchenverfassung, kurhessischer Verfassungsstreit) in Deutschland nicht gelang, dieses Grundprinzip modernen Verfassungsverständnisses zur Geltung zu bringen. Unter den Theoretikern der Zeit sieht er die neue Doktrin am stärksten bei Robert von Mohl entwickelt, der sich allerdings unter seinen Fachkollegen nicht durchsetzen konnte. Die Arbeit ist kurz und prägnant in der Argumentation, zugleich aber anregend und aufschlussreich in den Ergebnissen.
Inhaltsübersicht: 1. Voraussetzungen und Grundlagen: Das nordamerikanische Modell; 2. Strukturelle Analyse der deutschen konstitutionellen Verfassungen: Entstehungsweise und normimmanente Merkmale einer höheren Geltungskraft; 3. Vorrang der Verfassung und konstitutionelle Doktrin: Anerkennung und Begründung von Hierarchiekonzepten in der Staatsrechtslehre; 4. Vorrang der Verfassung im Spiegel der Rechtsprechung.
Michael Dreyer (MD)
Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 2.323 | 2.32
Empfohlene Zitierweise: Michael Dreyer, Rezension zu: Christian Hermann Schmidt: Vorrang der Verfassung und konstitutionelle Monarchie. Berlin: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13645-vorrang-der-verfassung-und-konstitutionelle-monarchie_16350, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 16350
Rezension drucken
Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
CC-BY-NC-SA