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/ 11.06.2013
Josef Felder

Warum ich Nein sagte. Erinnerungen an ein langes Leben für die Politik. Vorwort von Hans-Jochen Vogel

München/Zürich: Pendo Verlag 2000; 239 S.; 2. Aufl.; ISBN 3-85842-392-0
Josef Felder, der Ende Oktober 2000 im Alter von 100 Jahren verstorbene ehemalige Reichstagsabgeordnete der SPD, hat seine Erinnerungen nie selbst niedergeschrieben, da er der Auffassung war: "Über diese Zeit ist viel geschrieben worden, und so wichtig war der Felder doch nicht." (220) Aus Anlass seines 100. Geburtstags, den Felder noch erlebte, ergriff die bayerische Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft verfolgter Sozialdemokraten die Initiative, diese Lücke auszufüllen. Die für dieses Projekt g...
Josef Felder

Warum ich Nein sagte. Erinnerungen an ein langes Leben für die Politik. Vorwort von Hans-Jochen Vogel

München/Zürich: Pendo Verlag 2000; 239 S.; 2. Aufl.; geb., 38,- DM; ISBN 3-85842-392-0
Josef Felder, der Ende Oktober 2000 im Alter von 100 Jahren verstorbene ehemalige Reichstagsabgeordnete der SPD, hat seine Erinnerungen nie selbst niedergeschrieben, da er der Auffassung war: "Über diese Zeit ist viel geschrieben worden, und so wichtig war der Felder doch nicht." (220) Aus Anlass seines 100. Geburtstags, den Felder noch erlebte, ergriff die bayerische Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft verfolgter Sozialdemokraten die Initiative, diese Lücke auszufüllen. Die für dieses Projekt gewonnene Autorin Haasen hat aus einem autobiographischen Aufsatz Felders, der 1982 in einem Band über vier Abgeordnete des Deutschen Bundestages publiziert wurde, zahlreichen Reden, Artikeln, Briefen und Interviews einen fortlaufenden Text verfasst. Sie hat dabei eng mit der Familie Felders zusammengearbeitet, die ihr umfangreiches Quellenmaterial zur Verfügung stellte. Haasen gibt zu jedem Kapitel eine kurze Einführung, in der sie die historischen Umstände und Hintergründe kurz erläutert. Der Band konzentriert sich auf wesentliche Stationen und Ereignisse im Leben des Journalisten und Politikers Felder. Kindheit und Jugend verlebte Felder in Bayern, wo er unter anderem auf einen Lehrer namens Julius Streicher traf, über die Zeit der Räterepublik kann er als Augenzeuge in München berichten. 1924 zog Felder nach Augsburg. Dort nahm er als Journalist und aktives Mitglied der SPD am politischen Leben teil und setzte sich von Anfang an aktiv gegen den Aufstieg der NSDAP ein. Das Ende der Weimarer Republik erlebte Felder, seit Juli 1932 Mitglied des Reichstags, hautnah mit. Die Umstände des historischen Nein zum Ermächtigungsgesetz, seine folgende Flucht nach Österreich und seine dortige politische Aktivität sowie seine Inhaftierung im KZ Dachau spiegeln das entschiedene Engagement Felders für die Demokratie wider. Auch nach 1945 nahm er als Herausgeber einer Regionalzeitung, als zeitweiliger Chefredakteur des Vorwärts und als Bundestagsabgeordneter der SPD weiter aktiv am politischen Leben teil.
Julia von Blumenthal (JB)
Prof. Dr., Institut für Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin.
Rubrizierung: 2.32.322.3112.312 Empfohlene Zitierweise: Julia von Blumenthal, Rezension zu: Josef Felder: Warum ich Nein sagte. München/Zürich: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13132-warum-ich-nein-sagte_15735, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 15735 Rezension drucken
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