/ 11.06.2013
Wolfgang Schneider (Hrsg.)
Wir kneten ein KZ. Aufsätze über Deutschlands Standortvorteil bei der Bewältigung der Vergangenheit
Hamburg: Konkret Literatur Verlag 2000 (Texte 24); 177 S.; ISBN 3-930786-26-5Die Beiträge dieses Bandes haben verschiedene Debatten deutscher Vergangenheitsbewältigung wie beispielsweise die Diskussion um die Wehrmachtsausstellung, die Walser-Bubis-Debatte und andere zum Thema. In pointierter, teilweise polemischer Form ("Ludger Vollmer, der [...] nunmehr besonders dämliche Vertreter der grünen Linken" [165]) wollen die Autoren, die alle für die Zeitschrift "Konkret" tätig sind, anhand dieser Debatten aufzeigen, wie auch und gerade das Bekennen zu den nationalsozialistis...
Wolfgang Schneider (Hrsg.)
Wir kneten ein KZ. Aufsätze über Deutschlands Standortvorteil bei der Bewältigung der Vergangenheit
Hamburg: Konkret Literatur Verlag 2000 (Texte 24); 177 S.; brosch., 22,80 DM; ISBN 3-930786-26-5Die Beiträge dieses Bandes haben verschiedene Debatten deutscher Vergangenheitsbewältigung wie beispielsweise die Diskussion um die Wehrmachtsausstellung, die Walser-Bubis-Debatte und andere zum Thema. In pointierter, teilweise polemischer Form ("Ludger Vollmer, der [...] nunmehr besonders dämliche Vertreter der grünen Linken" [165]) wollen die Autoren, die alle für die Zeitschrift "Konkret" tätig sind, anhand dieser Debatten aufzeigen, wie auch und gerade das Bekennen zu den nationalsozialistischen Verbrechen politisch benutzt wird, um sich von der damit verbundenen moralischen Schuld zu distanzieren und sich so zum moralischen Wächter in der Welt zu erheben. Zugleich diene dies dazu, nationales Denken - quasi durch die Hintertür - wieder salonfähig zu machen. "Die Nachkriegszeit ist zu Ende. Rot-Grün macht Deutschland frei von den Fesseln, mit denen die Nation an ihre verbrecherische Vergangenheit [...] gebunden war. [...] In der rotgrünen 'Berliner Republik' sind die Verbrechen gegen die Menschheit nicht länger eine deutsche Last, sondern machen der deutschen Politik Lust, die Welt Mores zu lehren." (11) Wie jedoch eine angemessene Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus auszusehen hat, verraten die Autoren nicht.
Inhalt: Hermann L. Gremliza: Wenn die Deutschen Auschwitz nicht erfunden hätten, hätten sie Auschwitz erfinden müssen. Vorwort (7-12); Günther Jacob: Empathie und Erbe. Die Ausstellung "Vernichtungskrieg" vor und nach dem Kosovo-Krieg (13-53); Joachim Rohloff: Kriegsverwendungsfähig. Zwei Möglichkeiten, Auschwitz zu benutzen, um es zu erledigen (54-70); Rayk Wieland: Dialog mit dem Kunden. Zur Debatte um das Holocaust-Mahnmal (71-103); Rolf Suhrmann: Sternstunden. Deutscher Gedenkfleiß und die Entschädigung der NS-Opfer (104-125); Gerhard Scheit: Germans down; Germans up. Daniel J. Goldhagen und die Erben der willigen Vollstrecker Hitlers (126-161); Heiner Möller: Dem Volke dienen oder Die Wiederkehr des Deutschen in den Deutschen (162-176).
Silke Becker (Be)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.35
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Wolfgang Schneider (Hrsg.): Wir kneten ein KZ. Hamburg: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/12268-wir-kneten-ein-kz_14652, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 14652
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
CC-BY-NC-SA