/ 12.06.2013
Wolfgang Seiffert
Wladimir W. Putin. Wiedergeburt einer Großmacht?
München: Langen Müller 2000; 190 S.; 20,40 €; ISBN 3-7844-2797-9Seiffert beginnt mit einer kurzen Erinnerung an die Zeit vor Putin und an dessen Weg in das Amt des Präsidenten. "Festzuhalten bleibt in jedem Fall, daß sich die Wahl Putins in jeder Hinsicht im Rahmen der Verfassung vollzog, er als Person die breite Zustimmung der Bevölkerung erreichte und seine Wahl auch politisch keinen Machtwechsel darstellte." (36) Im folgenden biographischen Teil stellt Seiffert den familiären Hintergrund und den beruflichen Werdegang Putins dar, wobei er mögliche dunkle F...
Wolfgang Seiffert
Wladimir W. Putin. Wiedergeburt einer Großmacht?
München: Langen Müller 2000; 190 S.; 20,40 €; ISBN 3-7844-2797-9Seiffert beginnt mit einer kurzen Erinnerung an die Zeit vor Putin und an dessen Weg in das Amt des Präsidenten. "Festzuhalten bleibt in jedem Fall, daß sich die Wahl Putins in jeder Hinsicht im Rahmen der Verfassung vollzog, er als Person die breite Zustimmung der Bevölkerung erreichte und seine Wahl auch politisch keinen Machtwechsel darstellte." (36) Im folgenden biographischen Teil stellt Seiffert den familiären Hintergrund und den beruflichen Werdegang Putins dar, wobei er mögliche dunkle Flecken nicht ausspart, aber bemüht ist, ihnen eine positive Wendung zu geben. "Die innere Haltung Putins drückt sich in konsequent verantwortungsbewußtem, sittlichen Handeln aus" (55), so Seifferts lobendes Fazit. Im dritten Teil stellt er die politischen Konzepte des russischen Präsidenten zum Umgang mit den Subjekten der russischen Föderation, zur Wirtschaftspolitik sowie zur Außenpolitik vor und erläutert dessen Vorstellungen von einem "starken Staat" und der "russischen Idee". Dabei zeigt sich der Autor sehr bemüht, Verständnis für das Vorgehen Putins zu wecken. So folgert Seiffert, der russische Präsident habe im Oktober 1999 keine Alternative zu einem erneuten militärischen Vorgehen in Tschetschenien gehabt, da Putin die Großmachtstellung Russlands habe behaupten müssen: "Mit anderen Worten: Ohne die Ungeduld der Tschetschenen, die Einmischung ausländischer Terroristen und die NATO-Militäraktion gegen Jugoslawien wäre es zu dem zweiten Tschetschenien-Krieg nicht gekommen." (70) Abschließend beschäftigt sich Seiffert mit der Frage "Was kann Putin?". Der Autor plädiert für eine Veränderung der bisherigen Politik des Westens gegenüber Russland, die bisher zwei Ziele verfolgt habe: "Umwandlung Rußlands in eine Marktwirtschaft und Demokratie nach westlichem Vorbild einerseits und Einbindung, Isolation und Schwächung Rußlands als Weltmacht andererseits." (100) Der Anhang enthält neben nützlichen Basisinformationen (Zeittafel, Übersichtskarten, Kabinettsliste) drei Reden bzw. Texte aus der Phase der Machtübergabe von Jelzin an Putin.
Julia von Blumenthal (JB)
Prof. Dr., Institut für Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin.
Rubrizierung: 2.62 | 4.22
Empfohlene Zitierweise: Julia von Blumenthal, Rezension zu: Wolfgang Seiffert: Wladimir W. Putin. München: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13200-wladimir-w-putin_15815, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 15815
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Prof. Dr., Institut für Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin.
CC-BY-NC-SA