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/ 11.06.2013
Alexander Th. Carey

Zivilisierungsstrategie "Gerechtigkeit" Ein Plädoyer für einen internationalen Prozeduralismus

Würzburg: Ergon 1999 (Spektrum Politikwissenschaft 8); 519 S.; brosch., 45,50 €; ISBN 3-933563-23-2
Politikwiss. Diss. - Carey arbeitet verschiedene Begriffe und Argumentationsmuster der Gerechtigkeit auf und überträgt diese auf die internationale Ebene - nicht zuletzt, indem er das zivilisatorische Hexagon von Senghaas erweitert beziehungsweise anders akzentuiert. Neben klassischen Positionen der Vertragslehre kommen die neueren Ansätze von John Rawls, Michael Walzer oder Otfried Höffe zur Sprache. Nur eine kontextuelle Konzeption von Gerechtigkeit biete die Möglichkeit sowohl der einzelstaat...
Alexander Th. Carey

Zivilisierungsstrategie "Gerechtigkeit" Ein Plädoyer für einen internationalen Prozeduralismus

Würzburg: Ergon 1999 (Spektrum Politikwissenschaft 8); 519 S.; brosch., 45,50 €; ISBN 3-933563-23-2
Politikwiss. Diss. - Carey arbeitet verschiedene Begriffe und Argumentationsmuster der Gerechtigkeit auf und überträgt diese auf die internationale Ebene - nicht zuletzt, indem er das zivilisatorische Hexagon von Senghaas erweitert beziehungsweise anders akzentuiert. Neben klassischen Positionen der Vertragslehre kommen die neueren Ansätze von John Rawls, Michael Walzer oder Otfried Höffe zur Sprache. Nur eine kontextuelle Konzeption von Gerechtigkeit biete die Möglichkeit sowohl der einzelstaatlichen Souveränität als auch den individuellen Ansprüchen und Schutzbedürfnissen der Menschen gerecht zu werden. Der im Untertitel erwähnte Charakter des Plädoyers wird dabei deutlich: „Wenn wir in Zukunft solche brutalen Ausschreitungen, wie wir sie in Bosnien, Somalia, Ruanda und anderswo gesehen haben, vermeiden oder zumindest mildern wollen, können wir als Quintessenz dieser Untersuchung feststellen, dass wir erstens politische Verantwortliche brauchen, die mutig Position beziehen, die die Politik der UNO auf eine normativ (moralisch) verbindliche, von allen akzeptierte Grundlage stellen und die die Konzeption der Humanitären Intervention nach gerechten (d. h. unparteiischen, allgemeinen, reziproken und distributiven) Kriterien planen und durchführen; dass zweitens die Großmächte mit ihrem hegemonialen Status bzw. ihrer Macht selbstbescheiden umgehen, d. h. sich von Einzelaktionen zurückhalten; dass drittens die Fortentwicklung einer republikanischen Weltordnung (zur Lösung der internationalen Dilemmata: Sicherheit, Entwicklung, Ökologie, Koordination) stets auf der politischen Tagesordnung steht; und dass viertens die Suche nach kreativen Lösungsmustern und neuen politischen Gemeinschaftsformen fest institutionalisiert wird." (400 ff.) Inhaltsübersicht: 1. Die Ressource „Gerechtigkeit" als Zivilisierungsstrategie; 2. Auf dem Weg zur turbulenten Welt-Ordnung; 3. Die Aufgabe einer poliinstitutionellen Gerechtigkeit; 4. Der Raum poliinstitutioneller Gerechtigkeit; 5. Zivilisierungsstrategie Gerechtigkeit und ihre Implikationen für die UNO; 6. Der Mensch als Anfangsbedingung der Herrschaftsfrage; 7. Auf dem Weg aus dem Naturzustand; 8. Unvermeidliche Freiheitskonflikte als elementare Konflikte; 9. Der Freiheitsverzicht zur Überwindung des Naturzustandes; 10. Die ethische Neutralität des Rechts; 11. Die Aufgabe der kontextuellen Gerechtigkeit; 12. Bausteine für eine globale Gerechtigkeit; 13. Globale kontextuelle Gerechtigkeit; 14. Gerechtigkeit - quo vadis?
Manuel Fröhlich (MF)
Prof. Dr., Juniorprofessur für Politikwissenschaft, Universität Jena (www.manuel-froehlich.de).
Rubrizierung: 5.444.414.3 Empfohlene Zitierweise: Manuel Fröhlich, Rezension zu: Alexander Th. Carey: Zivilisierungsstrategie "Gerechtigkeit" Würzburg: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/12719-zivilisierungsstrategie-gerechtigkeit_15226, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 15226 Rezension drucken
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