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/ 12.06.2013
Hannah Arendt

Zwischen Vergangenheit und Zukunft. Übungen im politischen Denken I. Hrsg. von Ursula Ludz

München/Zürich: Piper 2000 (Serie Piper); 440 S.; 2., durchges. Aufl.; kart., 18,87 €; ISBN 3-492-21421-5
Diese Sammlung mit Texten Arendts geht auf zwei Ursprünge zurück: Zum einen (und in der Hauptsache) ist sie an der 1968 erschienenen, englischsprachigen Ausgabe "Between Past and Future: Eight Exercises in Political Thought" orientiert. Zum anderen nimmt sie den von Arendt selbst begonnenen Versuch einer deutschen Ausgabe zu diesem Thema auf. Dieser Versuch, für den es unter dem Titel "Exerzitien im politischen Denken" schon einen Verlagsvertrag gab, konnte jedoch von ihr nicht mehr vollendet we...
Hannah Arendt

Zwischen Vergangenheit und Zukunft. Übungen im politischen Denken I. Hrsg. von Ursula Ludz

München/Zürich: Piper 2000 (Serie Piper); 440 S.; 2., durchges. Aufl.; kart., 18,87 €; ISBN 3-492-21421-5
Diese Sammlung mit Texten Arendts geht auf zwei Ursprünge zurück: Zum einen (und in der Hauptsache) ist sie an der 1968 erschienenen, englischsprachigen Ausgabe "Between Past and Future: Eight Exercises in Political Thought" orientiert. Zum anderen nimmt sie den von Arendt selbst begonnenen Versuch einer deutschen Ausgabe zu diesem Thema auf. Dieser Versuch, für den es unter dem Titel "Exerzitien im politischen Denken" schon einen Verlagsvertrag gab, konnte jedoch von ihr nicht mehr vollendet werden. Ludz hat als behutsame Herausgeberin versucht, einige Hinweise Arendts bei der Zusammenstellung der deutschen Ausgabe zu berücksichtigen und zugleich den von ihr verfolgten Ansatz über die Hinzunahme weiterer Texte noch konsequenter und umfangreicher auszugestalten. Zudem hat sie nicht die sprachlich aufeinander abgestimmten Texte der englischen Ausgabe zugrunde gelegt, sondern die jeweiligen deutschen Originaltexte; die Texte 4, 5, 8, 11 und das Vorwort wurden von Ludz übersetzt. Arendts Anliegen wird besonders im Text des Vorwortes deutlich, in dem sie die Struktur der Zeit als Bedingung politischen Denkens mit Verweisen auf Franz Kafka und Augustinus entfaltet. In einem Kräfteparallelogramm sieht sie die "diagonale Kraft, deren Ursprung bekannt und deren Richtung durch Vergangenheit und Zukunft determiniert ist, deren eventuelles Ende jedoch in der Unendlichkeit liegt" als die "perfekte Metapher für die Tätigkeit des Denkens" (15). Wenn damit der Ort des Denkens bestimmt ist, so geht es Arendt in den Übungen letztlich um die Frage des "Wie" eines politischen Denkens, die nur annäherungsweise über das Einüben beantwortet werden kann und immer an "lebendig[e] Erfahrung" gebunden sein muss: "In all diesen Übungen wird das Problem der Wahrheit in der Schwebe gehalten; es geht ausschließlich darum, wie man sich in dieser Lücke, der einzigen Sphäre, in der Wahrheit eventuell erscheinen mag - bewegt." (18) Den Texten sind im Anhang das Vorwort zu Arendts "Fragwürdige Traditionsbestände im politischen Denken der Gegenwart", Anmerkungen, eine Konkordanz der englischen und deutschen Ausgabe sowie ein Namensregister beigefügt. Inhalt: Vorwort: Die Lücke zwischen Vergangenheit und Zukunft. I. Inhaltliche und methodische Grundlegung: 1. Tradition und Neuzeit; 2. Natur und Geschichte; 3. Geschichte und Politik in der Neuzeit; 4. Verstehen und Politik; 5. Über den Zusammenhang von Denken und Moral. II. Übungen zu den Begriffen: 6. Was ist Autorität; 7. Freiheit und Politik; 8. Revolution und Freiheit. III. Übungen zu Problemfeldern: 9. Die Krise in der Erziehung; 10. Kultur und Politik; 11. Religion und Politik; 12. Wahrheit und Politik.
Manuel Fröhlich (MF)
Prof. Dr., Juniorprofessur für Politikwissenschaft, Universität Jena (www.manuel-froehlich.de).
Rubrizierung: 5.465.42 Empfohlene Zitierweise: Manuel Fröhlich, Rezension zu: Hannah Arendt: Zwischen Vergangenheit und Zukunft. München/Zürich: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13386-zwischen-vergangenheit-und-zukunft_16044, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 16044 Rezension drucken
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