/ 11.06.2013
Monika Müller
Zwischen Zäsur und Zensur. Das sowjetische Fernsehen unter Gorbatschow
Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 2001; 389 S.; brosch., 37,84 €; ISBN 3-531-13495-7Politikwiss. Diss. Münster; Gutachter: W. Mühl-Benninghaus, F. Scholz. - Die regelmäßigen Versuche der Exekutive des post-sowjetischen Russlands, die Medienberichterstattung zu beeinflussen, führen auch heute noch vor Augen, welche Bedeutung der Durchsetzung von staatlichen Aufsichtsrechten gegenüber Rundfunk- und Fernsehanstalten beigemessen wird. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Untersuchung von Müller eine aktuelle Brisanz: Die Autorin untersucht die Rahmenbedingungen, innerhalb derer sich ...
Monika Müller
Zwischen Zäsur und Zensur. Das sowjetische Fernsehen unter Gorbatschow
Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 2001; 389 S.; brosch., 37,84 €; ISBN 3-531-13495-7Politikwiss. Diss. Münster; Gutachter: W. Mühl-Benninghaus, F. Scholz. - Die regelmäßigen Versuche der Exekutive des post-sowjetischen Russlands, die Medienberichterstattung zu beeinflussen, führen auch heute noch vor Augen, welche Bedeutung der Durchsetzung von staatlichen Aufsichtsrechten gegenüber Rundfunk- und Fernsehanstalten beigemessen wird. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Untersuchung von Müller eine aktuelle Brisanz: Die Autorin untersucht die Rahmenbedingungen, innerhalb derer sich das sowjetische Fernsehen in der Ära Gorbatschow entwickelte und veränderte. Sie geht dabei nicht nur dem medialen Wandel nach, sondern schildert die Sichtweise der medienpolitischen Akteure, die Mechanismen der Medienlenkung und untersucht die Rolle des Fernsehens als Instrument der Massenpropaganda ebenso wie seinen Stellenwert für die Journalisten. Dabei wird deutlich, dass sich das Fernsehen nicht zu einer "vierten Gewalt" im Staat entwickeln konnte, sondern letztlich - bis heute - ein Spielball der politischen Interessen zwischen Staatsführung und Opposition geblieben ist.
Inhaltsübersicht: A. Grundzüge und Entwicklung des sowjetischen Fernsehens bis zum Beginn der Reformen 1985: 1. Das Fernsehen als ideologisches Massenmedium und Propagandamittel der Partei; 2. Das Staatskomitee für Fernsehen und Hörfunk 'Gosteleradio'; 3. Die Wirksamkeit des Fernsehens als Massenpropagandamittel: Programmakzeptanz und Rezeption zwischen Anspruch und Wirklichkeit. B. Das sowjetische Fernsehen von 1985 bis 1989: 1. Der Beginn von Glasnost: Neue politische Rahmenbedingungen für das Fernsehen; 2. Erste Schritte zur Liberalisierung der Fernsehpolitik 1986 bis 1987; 3. Die Demokratisierung von Partei und Gesellschaft: Neue Prämissen für das Fernsehen; 4. Neue politische Impulse für die Perestrojka des sowjetischen Fernsehens. C. Das sowjetische Fernsehen von 1989 bis 1990: 1. Der Beginn des Parlamentarismus: Fernsehen zwischen Partei und Staat; 2. Das sowjetische Fernsehen zwischen Unions- und Republikinteressen. D. Das sowjetische Fernsehen bis zum August 1991: 1. Der Beginn der Ära Krav?enko: Politischer Kurswechsel im Zentralen Fernsehen; 2. Der August-Putsch im Zentralen Fernsehen. E. Das sowjetische Fernsehen bis zur Auflösung der Sowjetunion: 1. Der Beginn der Ära Jakovlev: Neue politische und medienpolitische Rahmenbedingungen für das sowjetische Fernsehen. F. Fazit - Das sowjetische Fernsehen von 1985 bis 1992: 1. Zusammenfassung und Versuch einer kritischen Würdigung.
Stefan Gänzle (GÄ)
Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.62 | 2.22
Empfohlene Zitierweise: Stefan Gänzle, Rezension zu: Monika Müller: Zwischen Zäsur und Zensur. Wiesbaden: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/12753-zwischen-zaesur-und-zensur_15270, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 15270
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Politikwissenschaftler.
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