/ 21.06.2013
Albert Kündig / Danielle Bütschi (Hrsg.)
Die Verselbständigung des Computers
Zürich: vdf Hochschulverlag AG an der ETH Zürich 2008; XII, 180 S.; 28,- €; ISBN 978-3-7281-3173-7Die durch Computer ausgelösten Veränderungen des modernen Lebens gelten gemeinhin als stetiger Fortschritt – abgesehen vielleicht von einigen Anwenderproblemen. Das Schweizer Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung versucht, diese Veränderungen in möglichst umfassender Form zu hinterfragen. Im Mittelpunkt stehen dabei digitale Automatisierungs- bzw. Autonomisierungsprozesse. Haftungsfragen werden dabei ebenso erörtert wie Aspekte des Datenschutzes. Der Bezug zur Politik ist eher indirekt, aber trotzdem bedeutsam – weil die angesprochenen problematischen Entwicklungen häufig auch im Hintergrund von aktuellen Gesetzen etwa im Bereich der inneren Sicherheit wirken, oder weil sie allgemein die Wertemuster einer Gesellschaft schleichend verändern können. Der Schwerpunkt liegt in der Darstellung der Probleme; besonders anschaulich geschieht dies im Beitrag von Mattern/Langheinrich. Die Empfehlungen am Ende des Bandes fallen recht knapp und vage aus – so werden Bildungsreformen und weitere Studien angemahnt. Vor allem aber betonen die Autoren die Eigenverantwortung der Bürger. Damit wurde allerdings die Chance vertan, all jenen Bürgern seriöse Argumente an die Hand zu geben, die ein gewisses Unbehagen angesichts der Computerisierung des Alltags beschleicht, ihre Empfindungen bisher aber nicht begründen können.
Dirk Burmester (DB)
Dr., Politikwissenschaftler, wiss. Angestellter der Freien und Hansestadt Hamburg.
Rubrizierung: 2.2 | 2.22
Empfohlene Zitierweise: Dirk Burmester, Rezension zu: Albert Kündig / Danielle Bütschi (Hrsg.): Die Verselbständigung des Computers Zürich: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/29395-die-verselbstaendigung-des-computers_34776, veröffentlicht am 29.07.2008.
Buch-Nr.: 34776
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Dr., Politikwissenschaftler, wiss. Angestellter der Freien und Hansestadt Hamburg.
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