Skip to main content
/ 05.06.2013
Hermann Schäfer (Hrsg.)

Abschied von Bonn

Frankfurt a. M.: Propyläen Verlag 1999; 272 S.; ISBN 3-549-05719-9
In dem vom Direktor des Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland herausgegebenen Sammelband nehmen eine Reihe von prägenden Politikerinnen und Politikern der Bundesrepublik den Regierungsumzug zum Anlaß, über die Bedeutung der mit Bonn verbundenen politischen Entwicklung Deutschlands zu reflektieren. In diesem Sinne findet sich eine Mischung aus sehr persönlichen Anekdoten, biographischen Reflexionen aber auch generalisierenden Aussagen über die in Bonn gelegten Fundamente bundesrepu...
Hermann Schäfer (Hrsg.)

Abschied von Bonn

Frankfurt a. M.: Propyläen Verlag 1999; 272 S.; geb., 44,- DM; ISBN 3-549-05719-9
In dem vom Direktor des Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland herausgegebenen Sammelband nehmen eine Reihe von prägenden Politikerinnen und Politikern der Bundesrepublik den Regierungsumzug zum Anlaß, über die Bedeutung der mit Bonn verbundenen politischen Entwicklung Deutschlands zu reflektieren. In diesem Sinne findet sich eine Mischung aus sehr persönlichen Anekdoten, biographischen Reflexionen aber auch generalisierenden Aussagen über die in Bonn gelegten Fundamente bundesrepublikanischer Politik, wie etwa den sprichwörtlich gewordenen "rheinischen Kapitalismus". In der Bilanz erfährt Bonn - sicherlich auch mit leicht verklärenden Zügen - eine durchweg positive Würdigung, die zugleich Anspruch und Verpflichtung für die Politik in Berlin sein müsse. Die begriffliche Auseinandersetzung um die Sinnhaftigkeit der Vokabel von der nunmehr beginnenden "Berliner Republik" wird dabei kontrovers geführt. Im Beitrag von Fischer findet sich eine Kompromißlösung, wonach "in Berlin lediglich jenes Buch weitergeschrieben [wird], dessen Titel Von Deutscher Republik lautet" (87). Helmut Kohl unterstreicht seine Zustimmung für den Umzug von Bonn nach Berlin und fügt hinzu: "Aber ich habe nicht für einen Umzug in eine andere Republik gestimmt." (158) Inhalt: Hermann Schäfer: Einleitung (7-25); Egon Bahr: Deutschland ist in Bonn flügge geworden (27-37); Rainer Barzel: Wir ziehen nicht in eine andere Republik um (39-49); Norbert Blüm: "Et hätt noch immer jot jejange" (51-75); Joschka Fischer: Warum war es am Rhein so schön? Ein Adieu an Bonn und seine Republik (77-87); Heiner Geissler: Deutschland und Berlin ohne "Tschingderassabum" und Preußens Gloria (89-111); Hans-Dietrich Genscher: Der Umzug nach Berlin darf keine Zäsur werden (113-123); Peter Glotz: Bonn - ein Nachruf (125-133); Hildegard Hamm-Brücher: Bonn wurde nicht Weimar - es wurde Bonn (135-153); Helmut Kohl: In Bonn schlug das Herz demokratischer Politik (155-159); Wolfgang Mischnick: "Ich lass' mir doch meinen Grand Hand nicht kaputtmachen!" (161-183); Annemarie Renger: Berlin - Bonn und zurück (185-201); Otto Schily: Der Rhein wird uns fehlen (203-209); Gerhard Stoltenberg: Politisch war Bonn die Metropole (211-233); Rita Süssmuth: Der Regierungsumzug fällt in eine Zeit des epochalen Umbruchs (235-251); Hans-Jürgen Wischnewski: Bonn im Herbst 1977 (253-264).
Manuel Fröhlich (MF)
Prof. Dr., Juniorprofessur für Politikwissenschaft, Universität Jena (www.manuel-froehlich.de).
Rubrizierung: 2.3 Empfohlene Zitierweise: Manuel Fröhlich, Rezension zu: Hermann Schäfer (Hrsg.): Abschied von Bonn Frankfurt a. M.: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8165-abschied-von-bonn_10779, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 10779 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA