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/ 20.06.2013
Daniela Gniss

Der Politiker Eugen Gerstenmaier 1906-1986. Eine Biographie

Düsseldorf: Droste Verlag 2005 (Beiträge zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien 144); 514 S.; Ln., 64,80 €; ISBN 3-7700-5264-1
Diss. Frankfurt a. M. - Eugen Gerstenmaier (CDU-MdB 1949–1969), der dritte Präsident des Deutschen Bundestages (1954–1969), zählte aufgrund seiner fast 15-jährigen Amtszeit zu den einflussreichen Gestalten deutscher Parlamentsgeschichte, als stellvertretender Parteivorsitzender und Mitglied im Parteipräsidium gehörte er zum inneren Führungszirkel der CDU. Dennoch erfüllten sich nicht alle seine Ambitionen, wie z. B. auf das Außenministerium oder als Nachfolger Ludwig Erhards auf das ...
Daniela Gniss

Der Politiker Eugen Gerstenmaier 1906-1986. Eine Biographie

Düsseldorf: Droste Verlag 2005 (Beiträge zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien 144); 514 S.; Ln., 64,80 €; ISBN 3-7700-5264-1
Diss. Frankfurt a. M. - Eugen Gerstenmaier (CDU-MdB 1949–1969), der dritte Präsident des Deutschen Bundestages (1954–1969), zählte aufgrund seiner fast 15-jährigen Amtszeit zu den einflussreichen Gestalten deutscher Parlamentsgeschichte, als stellvertretender Parteivorsitzender und Mitglied im Parteipräsidium gehörte er zum inneren Führungszirkel der CDU. Dennoch erfüllten sich nicht alle seine Ambitionen, wie z. B. auf das Außenministerium oder als Nachfolger Ludwig Erhards auf das Kanzleramt: „Während die Freunde Gerstenmaiers seine Intelligenz, Entschlossenheit und rhetorischen Fähigkeiten lobten, warfen ihm seine Kritiker ungezügeltes Temperament, Arroganz und mangelnde Kompromissfähigkeit vor.“ (13) Aus paradigmatischer Erkenntnisperspektive will Gniss „die Auswirkungen der großen gesellschaftspolitischen Zäsuren des 20. Jahrhunderts in Gerstenmaiers Leben detailliert“ (14) darstellen; ebenso beschreibt sie die Beziehungen zwischen seinen politischen und kirchlichen Aktivitäten sowie das Spannungsverhältnis, das sich aus seiner Arbeit als Parteipolitiker und seinem Amt des Bundestagspräsidenten ergab. Auch den Beitrag Gerstenmaiers zur historischen Entwicklung der Bundesrepublik arbeitet sie heraus und legt dabei den Schwerpunkt auf die Frage, „inwieweit die Führung des zweithöchsten Staatsamtes von der Tatsache beeinflusst wurde, dass ein ehemaliger Widerstandskämpfer 14 Jahre lang an seiner Spitze stand.“ (14) Methodisch fußt die Studie auf der Erkenntnis, der Primat der Strukturgeschichte sei der Einsicht um den historischen Erkenntnisgewinn durch eine personalisierte Form der Geschichtsschreibung gewichen.
Heinz-Werner Höffken (HÖ)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
Rubrizierung: 2.3 Empfohlene Zitierweise: Heinz-Werner Höffken, Rezension zu: Daniela Gniss: Der Politiker Eugen Gerstenmaier 1906-1986. Düsseldorf: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22241-der-politiker-eugen-gerstenmaier-1906-1986_25367, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 25367 Rezension drucken
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