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/ 04.06.2013
Jacques Schuster

Heinrich Albertz - der Mann, der mehrere Leben lebte. Eine Biographie

Berlin: Alexander Fest Verlag 1997; 360 S.; ISBN 3-8286-0015-8
Geboren in Breslau, Sohn eines Pfarrers, geprägt durch ein verklärtes Preußentum: das ist das erste Leben des späteren Regierenden Bürgermeisters von West-Berlin. Sein zweiter Lebensabschnitt ist durch die Zeit des Dritten Reiches markiert. Albertz wird Pfarrer, schließt sich der Bekennenden Kirche an und weicht in die Wehrmacht aus, um der Verfolgung durch die Gestapo zu entgehen. Nach 1945 beschließt Albertz aus seiner christlichen Überzeugung heraus, in die Politik zu gehen (dritter Lebensabs...
Jacques Schuster

Heinrich Albertz - der Mann, der mehrere Leben lebte. Eine Biographie

Berlin: Alexander Fest Verlag 1997; 360 S.; geb., 49,80 DM; ISBN 3-8286-0015-8
Geboren in Breslau, Sohn eines Pfarrers, geprägt durch ein verklärtes Preußentum: das ist das erste Leben des späteren Regierenden Bürgermeisters von West-Berlin. Sein zweiter Lebensabschnitt ist durch die Zeit des Dritten Reiches markiert. Albertz wird Pfarrer, schließt sich der Bekennenden Kirche an und weicht in die Wehrmacht aus, um der Verfolgung durch die Gestapo zu entgehen. Nach 1945 beschließt Albertz aus seiner christlichen Überzeugung heraus, in die Politik zu gehen (dritter Lebensabschnitt). Politik ist für ihn ebenso Dienst am Menschen wie ihn der Seelsorger in der Gemeinde ausübt. Albertz tritt 1946 der SPD bei, weil er sich an dem "C" der Christdemokraten stört. In Berlin stößt er zu Brandt, arbeitet maßgeblich am Passierscheinabkommen mit. Albertz wird Bürgermeister kurz vor Beginn der Studentenunruhen 1967/68, die durch den Schahbesuch zu einem traurigen Höhepunkt kommen. Mit seinem Rücktritt beginnt für Albertz der vierte Lebensabschnitt: Er übernimmt eine Mittlerrolle zwischen dem politischen Establishment und der außerparlamentarischen Opposition. Schließlich ist es für ihn keine Frage, auch als Austauschgeisel für Peter Lorenz zu fungieren, der von der "Bewegung 2. Juni" verschleppt worden war. Schusters Darstellung konzentriert sich auf Albertz' Berliner Zeit. Er bietet eine fundierte und leicht lesbare Analyse des Lebens eines Mannes, der durch seinen politischen Ansatz und seine Fähigkeit zum Wandel für die erste Politikergeneration nach dem Krieg keineswegs typisch gewesen ist.
Axel Gablik (AG)
Dr., Historiker.
Rubrizierung: 2.3 Empfohlene Zitierweise: Axel Gablik, Rezension zu: Jacques Schuster: Heinrich Albertz - der Mann, der mehrere Leben lebte. Berlin: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/4081-heinrich-albertz---der-mann-der-mehrere-leben-lebte_5780, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 5780 Rezension drucken
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