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/ 12.06.2013

Helmut Schmidt

Hartmut Soell

Helmut Schmidt. 1918-1969. Vernunft und Leidenschaft

München: Deutsche Verlags-Anstalt 2003; 958 S.; geb., 39,90 €; ISBN 3-421-05352-9
Unter den Biografien über Schmidt kommt Soells umfassendem Werk allein schon deswegen eine Sonderstellung zu, weil er Zugang zu Schmidts Privatarchiv hatte und davon ausgiebig Gebrauch macht. In geradezu epischer Breite zeichnet Soell in diesem Band die Jugend, die familiären Bindungen und den politischen Aufstieg Schmidts bis zum Ende der 60er-Jahre nach. Dabei schildert der Autor Schmidts Vita stets im Kontext der politischen, wirtschaftlichen, sozialen und geistigen Situation der Zeit. So heb...
Hartmut Soell

Helmut Schmidt. 1918-1969. Vernunft und Leidenschaft

München: Deutsche Verlags-Anstalt 2003; 958 S.; geb., 39,90 €; ISBN 3-421-05352-9
Unter den Biografien über Schmidt kommt Soells umfassendem Werk allein schon deswegen eine Sonderstellung zu, weil er Zugang zu Schmidts Privatarchiv hatte und davon ausgiebig Gebrauch macht. In geradezu epischer Breite zeichnet Soell in diesem Band die Jugend, die familiären Bindungen und den politischen Aufstieg Schmidts bis zum Ende der 60er-Jahre nach. Dabei schildert der Autor Schmidts Vita stets im Kontext der politischen, wirtschaftlichen, sozialen und geistigen Situation der Zeit. So heb...
Hartmut Soell

Helmut Schmidt. 1918-1969. Vernunft und Leidenschaft

München: Deutsche Verlags-Anstalt 2003; 958 S.; geb., 39,90 €; ISBN 3-421-05352-9
Unter den Biografien über Schmidt kommt Soells umfassendem Werk allein schon deswegen eine Sonderstellung zu, weil er Zugang zu Schmidts Privatarchiv hatte und davon ausgiebig Gebrauch macht. In geradezu epischer Breite zeichnet Soell in diesem Band die Jugend, die familiären Bindungen und den politischen Aufstieg Schmidts bis zum Ende der 60er-Jahre nach. Dabei schildert der Autor Schmidts Vita stets im Kontext der politischen, wirtschaftlichen, sozialen und geistigen Situation der Zeit. So hebt Soell u. a. die Prägung hervor, die Schmidts Jugend im Nationalsozialismus durch die Tatsache erfuhr, dass er einen jüdischen Großvater hatte. Schmidts Haltung gegenüber dem Unrechtsregime wurde dadurch ebenso stark beeinflusst wie durch die künstlerische Erziehung in der Hamburger Lichtwark-Schule. Mag diese Information aus Schmidts Leben nicht jedem bekannt gewesen sein, so ist die durchgängige, durchaus von Sympathie getragene Charakterisierung des fünften Bundeskanzlers als Pflichtmensch schon eher Gemeingut. Soell erwähnt aber durchaus wiederholt, dass Schmidt durchaus seine persönlichen Machtambitionen in die Tat umzusetzen wusste. Sein Handeln als hamburgischer Innensenator während der Sturmflut von 1962 zeigt dies in Soells Beschreibung ebenso wie sein gesamter Aufstieg bis hin zum SPD-Fraktionsvorsitzenden. Soells Darstellung lässt kaum ein Detail aus: Reden oder Gesetzentwürfe werden in mitunter ermüdender Ausführlichkeit referiert. Als klassische Überblicksbiografie eignet der Band sich deshalb nicht. Schon eher ist es eine Fundgrube für alle, die sich wissenschaftlich detailliert mit Schmidts politischem Handeln beschäftigen. Man darf auf den zweiten Teil des Mammutwerks gespannt sein.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.3 Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Hartmut Soell: Helmut Schmidt. München: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14231-helmut-schmidt_23113, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 23113 Rezension drucken
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