/ 17.06.2013
Willy Brandt
Hitler ist nicht Deutschland. Jugend in Lübeck - Exil in Norwegen 1928-1940
Bonn: Verlag J. H. W. Dietz Nachfolger 2002 (Berliner Ausgabe 1); 597 S.; geb., 27,60 €; ISBN 3-8012-0301-8Nachdem die späteren Bände der Berliner Ausgabe der Schriften Brandts bereits erschienen sind, liegt nunmehr auch eine Dokumentation seiner ersten politischen Schritte von der Zeit als Schüler in Lübeck bis zum Ende des Exils in Norwegen im Jahr 1940 vor. Der Band umfasst mehr als 60 bisher zum Teil unveröffentlichte Dokumente. Darunter sind Zeitungsartikel, Briefe - vorwiegend an führende Mitglieder der Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP) gerichtet, der Brandt damals angehörte - und andere Tex...
Willy Brandt
Hitler ist nicht Deutschland. Jugend in Lübeck - Exil in Norwegen 1928-1940
Bonn: Verlag J. H. W. Dietz Nachfolger 2002 (Berliner Ausgabe 1); 597 S.; geb., 27,60 €; ISBN 3-8012-0301-8Nachdem die späteren Bände der Berliner Ausgabe der Schriften Brandts bereits erschienen sind, liegt nunmehr auch eine Dokumentation seiner ersten politischen Schritte von der Zeit als Schüler in Lübeck bis zum Ende des Exils in Norwegen im Jahr 1940 vor. Der Band umfasst mehr als 60 bisher zum Teil unveröffentlichte Dokumente. Darunter sind Zeitungsartikel, Briefe - vorwiegend an führende Mitglieder der Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP) gerichtet, der Brandt damals angehörte - und andere Texte, die er in diesen Jahren verfasste. Die zentrale Botschaft der Texte fasst der Herausgeber treffend so zusammen: "Willy Brandt hat in diesen Jahren dem Ausland zu zeigen versucht, dass das deutsche Volk nicht mit Hitler identisch war, und er hat im Exil seinen Horizont erweitert und dabei gelernt, was Demokratie, Freiheit und selbständiges Denken bedeuten." (15) Lorenz weist in seiner Einleitung auf die Entstehungsgeschichte und die Unterschiedlichkeit der Adressaten der Texte hin, die bei der Lektüre zu berücksichtigen sind. Zudem zeichnet er die sich wandelnde Rolle und die Aufgaben Brandts während der drei Phasen des Exils nach: 1933-1936 hielt sich Brandt als junger Parteibeauftragter in Norwegen auf, es folgten die illegale Arbeit in Berlin 1936 sowie ein halbes Jahr in Spanien 1937. Nach seiner Rückkehr wurde Brandt zu einem "Teil der norwegischen Arbeiterbewegung" (49), bis er 1940 aus dem Land fliehen musste.
Julia von Blumenthal (JB)
Prof. Dr., Institut für Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin.
Rubrizierung: 2.3
Empfohlene Zitierweise: Julia von Blumenthal, Rezension zu: Willy Brandt: Hitler ist nicht Deutschland. Bonn: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/15547-hitler-ist-nicht-deutschland_17718, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 17718
Rezension drucken
Prof. Dr., Institut für Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin.
CC-BY-NC-SA