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/ 22.06.2013
Sita Mazumder

Das Geschäft mit dem Terror. Wie sich al-Kaida und Co. finanzieren und was uns ihre Taten kosten

Zürich: Orell Füssli Verlag AG 2010; 157 S.; geb., 24,90 €; ISBN 978-3-280-05369-0
Die Schweizer Dozentin am Institut für Finanzdienstleistungen an der Hochschule Luzern beleuchtet die finanziellen Hintergründe des internationalen Terrorismus, insbesondere die Frage der Finanzierung von Terror und deren Bekämpfung. Sie stellt die Kosten für die Durchführung eines Anschlags den Kosten für die betroffenen Volkswirtschaften gegenüber. So haben die Planungsvorbereitungen für die Anschläge vom 11. September 2001 Al Kaida ca. 500.000 Euro gekostet und einen Schaden für die USA von 32 Milliarden verursacht. Das Werk der Autorin gliedert sich in drei Kapitel. Im ersten Teil führt sie eine kurze Genese ausgewählter terroristischer Anschläge aus dem Zeitraum zwischen 1968 und 2009 an. Diese Auswahl soll die Varianz, Motive und Hintergründe der Akteure skizzieren. Die Lücke hinsichtlich der Qualität der Quellen zwischen dem ersten Teil und den beiden folgenden ist erkennbar. Die häufige Verwendung von Wikipedia ist vermutlich der Aktualität der Thematik geschuldet. Daran anschließend widmet sie sich dem Herzstück dieser Arbeit: den Kosten von Anschlägen. Hierbei gibt es eine Unterscheidung von Finanzierungskosten für Terrororganisationen beziehungsweise Folgekosten für Volkswirtschaften. Dies ermöglicht es der Autorin, eine detaillierte und empirisch überzeugende Beurteilung hinsichtlich der Effektivität solcher Anschläge sowie der Verwundbarkeit der betroffenen Staaten zu treffen. Diese monetäre Untersuchung ergibt interessante Forschungsergebnisse, z. B. die enorme Hebelwirkung solcher Anschläge. Im dritten Teil des Buches resümiert Mazumder kritisch den bisherigen Kampf gegen den Terror bzw. die Terrorismusfinanzierung. Hauptprobleme hierbei sind die niedrigen Kosten zur Durchführung eines Anschlags und die Nutzung von alternativen Geldtransfersystemen wie etwa das des Hawala. Dies lässt sie zu dem Schluss kommen, dass die bisherigen Versuche, Terrororganisationen finanziell auszutrocknen, wenig Erfolg versprechend und häufig ineffizient sind. In der Summe ist die Arbeit – abgesehen von einigen pathetischen Passagen – als gelungen zu betrachten. Der Aufbau folgt einer inneren Logik, die These ist klar formuliert und die Untersuchungsergebnisse sind anschaulich präsentiert.
Mario-Gino Harms (MGH)
Dipl.Pol., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg.
Rubrizierung: 4.422.25 Empfohlene Zitierweise: Mario-Gino Harms, Rezension zu: Sita Mazumder: Das Geschäft mit dem Terror. Zürich: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/32788-das-geschaeft-mit-dem-terror_39159, veröffentlicht am 25.10.2010. Buch-Nr.: 39159 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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